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Die Darstellung von Musik im zeitgenössischen englischen und amerikanischen Bildungsroman

Peter Ackroyd, Vikram Seth, Richard Powers, Frank Conroy, Paul Auster

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Meike Reher

Die Studie untersucht musikalische Thematisierungen und strukturelle Affinitäten in zeitgenössischen englischen und amerikanischen Bildungsromanen. Im Gegensatz zu bisher vorliegenden Arbeiten zielt sie auf eine gattungsspezifische Perspektive. Die Autorin untersucht, wie der Bildungs- und Identitätsprozess des männlichen Protagonisten durch die Musik unterstützt wird und weist einen grundlegenden Funktionswandel des Genres nach. Im zeitgenössischen Bildungsroman wird Musik zu einem dystopisch eingefärbten Symbol für Isolation und Eskapismus bis hin zu einem Substitut personaler wie sozialer Identität.

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8.2 English Music als zeitgenössischer männlicher Bildungsroman 196

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196 che hinaus und intendiert eine Analogie musikalischer Formen in der narrativen Struktur. 8.2 English Music als zeitgenössischer männlicher Bildungsroman English Music thematisiert die Adoleszenz des Protagonisten Timothy Harcom- be, dessen besonderes Charakteristikum eine ausgeprägte Emphatie- und Emp- findungsfähigkeit ist, die ihn im Laufe seiner Entwicklung immer wieder Träu- me und Visionen erleben lässt, die aus seinem Umfeld resultieren und histori- sche Persönlichkeiten oder Themen der Literatur, Kunst oder Musik zum Inhalt haben. Timothys Kindheits- und Jugenderlebnisse werden rückblickend von ihm als heterodiegetischer Erzähler geschildert. Der plot gliedert sich dabei in zwei alternierende Bereiche, die inhaltlich ineinander greifen. Die lineare Handlung behandelt in den ungeraden Kapiteln retrospektiv Timothys Leben als Halbwaise in den 1920er Jahren bei seinem Vater Clement Harcombe, der als Medium951 und Wunderheiler in Londons East End arbeitet. Die Lebensumstände sind sehr ärmlich. Timothy hilft dem Vater abends in sei- nen Vorstellungen, in denen er Besucher von körperlichen und seelischen Lei- den befreit. Erst rückblickend wird deutlich, dass die übernatürlichen Gaben nicht dem Vater, sondern dem Sohn gegeben sind, und Clement Harcombe des- wegen ohne seinen Sohn seine Tätigkeiten nicht wird fortsetzen können. Durch die Vorstellungen im Chemical Theatre sammelt der Vater eine Reihe von Per- sonen um sich, die allesamt am Rand der Gesellschaft stehen und ihr Überleben zu sichern versuchen. Im Alter von zwölf Jahren verlässt Timothy London und wohnt eine Zeit- lang bei seinen Großeltern in Wiltshire....

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