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Clinton am Kivu-See

Die Geschichte einer afrikanischen Katastrophe

Helmut Strizek

In der Regierungszeit des amerikanischen Präsidenten Bill Clinton von 1993 bis 2001 ist das zentrale Afrika aus den Fugen geraten. Die amerikanische Politik hat dazu beigetragen. Auslöser für eine Kettenreaktion von Katastrophen (Ruanda-Krieg 1994 und die beiden Kongo-Kriege 1996/1997 und 1998/1999) war Clintons «Flucht aus Somalia» nach dem Desaster von Mogadischu am 3. Oktober 1993. Dem Wirken der Clinton-Administration östlich und westlich des Kivu-Sees und dem Scheitern der nach dem Fall der Berliner Mauer eingeleiteten Demokratisierung auch in diesem Teil der Welt wird in der Untersuchung nachgespürt. Dabei taucht ein «Sudan-Syndrom» als möglicher Erklärungsschlüssel für die amerikanische Politik seit 1993 auf.

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I. Amerika und Afrika bis zum Ende des Kalten Kriegs 17

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17 I. Amerika und Afrika bis zum Ende des Kalten Kriegs 1. US-Afrikapolitik bis zum Zweiten Weltkrieg Die britische Kolonie Nord-Amerika war einer der „Hauptabnehmer“ afri- kanischer Sklaven. Schon allein dadurch ist Amerika wie durch eine Art Nabel- schnur mit Afrika eng verbunden. In einer schweren Geschichte hat Amerika „seine“ Afrikaner gegen viele Widerstände schrittweise zu Bürgern der Verei- nigten Staaten von Amerika werden lassen. Einigen befreiten Sklaven wurde von den Abolitionisten 1847 die Gelegenheit gegeben, ein eigenes „freies Land“ (Liberia) in Westafrika zu gründen. Bei der Gründung des Kongo-Freistaats am Rande11 der Berliner Afrika- Konferenz vom 15. November 1884 bis 26. Februar 1885 spielten die USA eine traurige Rolle. Henry Sanford, den man zu Recht als Agenten von König Leo- pold II. bezeichnen darf, war langjähriger Gesandter der USA in Brüssel, blieb nach seinem Ausscheiden in Europa und – von Adam Hochschild ausführlich geschildert - wirtschaftlich vom belgischen König abhängig. Sanford konnte den amerikanischen Kongress dazu bewegen, die belgischen Ansprüche auf das Kongo-Becken als im Interesse der USA liegend anzuerkennen. Henry Morton Stanley, der als Berater des amerikanischen Delegierten Sanford an der Kongo- Konferenz 1884/1885 in Berlin teilnahm, hat den Vorgang so beschrieben: „Als General Sanford seinen Landsleuten […] in Aussicht stellte, dass ihr einst so bedeutender Handel in Westafrika wieder aufgebaut werden könne, da war es nicht schwierig, den Kongress zu einer nüchternen Prüfung der Frage zu veran- lassen, und nach geduldiger Untersuchung nahm der Senat...

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