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Das IASB und die Regulierung der Rechnungslegung in der EU

Eine Analyse von Legitimation und Lobbying

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Gerhard Kurz

Das IASB hat mit der weltweiten Anerkennung der von ihm entwickelten Rechnungslegungsstandards IFRS, allen voran in der EU und den USA, eine enorme Machtfülle erlangt. Der Autor geht der Frage nach, welche Legitimation dem IASB als Standardsetter zukommt und welchen Einflussnahmen es durch Lobbying ausgesetzt ist. Hierzu leitet er Kriterien ab, die eine Beurteilung des Umfangs der außerstaatlichen Legitimation des privaten Standardsetters erlauben. Eine Analyse des Lobbying gegenüber dem IASB erfolgt mit einer empirischen Untersuchung der zum Projekt IFRS for Small- and Medium-sized Entities eingegangenen Stellungnahmen. Eine tiefgehende Inhaltsanalyse erlaubt Rückschlüsse auf die Treiber des Lobbying sowie den Einfluss interessengruppen- und kulturspezifischer Kriterien.

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6. Thesenförmige Zusammenfassung 191

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191 6. Thesenförmige Zusammenfassung (1) Das IASB hat als weltweiter Standardsetter der Rechnungslegung eine enorme Machtfülle erlangt. In der EU ist es in die Kombination von privater und staatli- cher Normensetzung eingebunden. Das IASB erschafft die IFRS in einem Due Process, die vor einer obligatorischen Anwendung in den Mitgliedsstaaten der EU einen Endorsement-Prozess erfolgreich durchlaufen müssen. Mit der Delega- tion von Normensetzungskompetenz an das IASB als privaten Standardsetter sind insbesondere die Probleme seiner Legitimation und der Einflussnahme durch Lobbying verbunden. Das Endorsement der EU leistet zwar eine formale Legitimation, deckt allerdings den beabsichtigen Standard für klein- und mittel- ständische Unternehmen (IFRS for SMEs) nicht ab. (2) Bislang fehlt in der Literatur eine umfassende Auseinandersetzung mit dem Standardsetting des IASB. Dies leistet die vorliegende Arbeit, in dem sie erst- mals das IASB als Bezugsobjekt einer Analyse der Regulierung der Rechnungs- legung wählt, eine umfassende, auf expliziten Kriterien basierende Prüfung der Legitimationsbasis durchführt und die Erkenntnisse zum Lobbying gegenüber nationalen Standardsettern mit einer Studie zum Lobbying durch Stellungnahmen gegenüber dem IASB erweitert. Die zu beantwortenden Forschungsfragen bezie- hen sich insbesondere auf den Umfang einer außerstaatlichen Legitimation und den Umfang der Einflussnahme durch Lobbying. Die Fragen werden konzeptio- nell und empirisch beantwortet. (3) Regulierung beschränkt das freie Handeln. Nach der normativen Theorie der Re- gulierung sollte ein staatlicher Eingriff dann erfolgen, wenn durch ihn die Ge- samtwohlfahrt steigt. Allein auf Basis von Wohlfahrtsüberlegungen lässt sich ei- ne Regulierung der...

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