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Die Machtphysikerin gegen den Medienkanzler

Der Gender-Aspekt in der Wahlkampfberichterstattung über Angela Merkel und Gerhard Schröder

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Astrid Freudenstein

Mit Angela Merkel wird 2005 zum ersten Mal eine Frau Bundeskanzlerin in Deutschland. Nach einem nur wenige Monate dauernden Blitzwahlkampf setzte sie sich gegen Amtsinhaber Gerhard Schröder durch. Ein Sieg der Union über Rot-Grün oder der Sieg einer Frau über einen Mann? Beides. In dieser Arbeit wird der zweite Aspekt aufgearbeitet. Welche Rolle spielte der Aspekt Gender in diesem Wahlkampf? Wie gingen die Medien mit dieser völlig neuen Geschlechterkonstellation um? Welche Vor- oder Nachteile hatten die Kandidaten aufgrund ihrer Geschlechtszugehörigkeit? Es war der erste Wahlkampf auf Bundesebene, in dem es tatsächlich auch um Rollenbilder und Lebensformen ging. Grundlage der Studie ist eine Inhaltsanalyse von Wahlkampfberichten der überregionalen deutschen Tageszeitungen.

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1 Einleitung 7

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1 Einleitung Mit Angela Merkel bekommt Deutschland 2005 zum ersten Mal eine Bundeskanzlerin. Bis dahin hat es in der Bundesrepublik nicht eine ein- zige Frau an die höchste Machtposition der Regierung geschafft. Die klassischen Schlüsselressorts der Bundesregierung – die Außen- und die Innenpolitik, das Verteidigungsressort und die Finanzen - waren stets mit Männern besetzt. Auch international blieben bis weit in das 20. Jahr- hundert hinein politisch mächtige Frauen die Ausnahme: Maria Theresia, Kaiserin von Österreich, und die russische Zarin Katharina die Große. Rosa Luxemburg, die beim Spartakusaufstand 1919 ermordet wurde. Die indische Premierministerin Indira Gandhi und ihre israelische Amtskol- legin Golda Meir. Die britische Premierministerin Margret Thatcher. Es sind noch einige mehr, ihre Zahl jedoch bleibt überschaubar. In den vergangenen Jahren hat sich dies geändert. Frauen sind heute in politischen Führungspositionen keine Seltenheit mehr. In Europa, aber auch in Asien, Afrika und in Südamerika drängen Frauen an die Spitze der Politik, sie wollen Macht. Oder sie scheiterten kurz davor - wie zuletzt Hillary Clinton, die so nah wie keine andere Frau vor ihr an eine Kandidatur um die US-Präsidentschaft gelangte und sich bei den parteiinternen Abstimmungen der Demokraten ihrem Gegner, dem jetzi- gen amerikanischen Präsidenten Barack Obama, geschlagen geben musste. In Deutschland kam in Folge allgemeiner demokratischer Wahlen bis heute allein Angela Merkel an eine bundesweit wirklich einflussreiche und mit Macht ausgestattete Position. Insofern gibt die politische Reali- tät in Deutschland nun zum ersten Mal Anlass, sich mit...

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