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Die Machtphysikerin gegen den Medienkanzler

Der Gender-Aspekt in der Wahlkampfberichterstattung über Angela Merkel und Gerhard Schröder

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Astrid Freudenstein

Mit Angela Merkel wird 2005 zum ersten Mal eine Frau Bundeskanzlerin in Deutschland. Nach einem nur wenige Monate dauernden Blitzwahlkampf setzte sie sich gegen Amtsinhaber Gerhard Schröder durch. Ein Sieg der Union über Rot-Grün oder der Sieg einer Frau über einen Mann? Beides. In dieser Arbeit wird der zweite Aspekt aufgearbeitet. Welche Rolle spielte der Aspekt Gender in diesem Wahlkampf? Wie gingen die Medien mit dieser völlig neuen Geschlechterkonstellation um? Welche Vor- oder Nachteile hatten die Kandidaten aufgrund ihrer Geschlechtszugehörigkeit? Es war der erste Wahlkampf auf Bundesebene, in dem es tatsächlich auch um Rollenbilder und Lebensformen ging. Grundlage der Studie ist eine Inhaltsanalyse von Wahlkampfberichten der überregionalen deutschen Tageszeitungen.

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4 Ergebnisse der empirischen Untersuchung 119

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4 Ergebnisse der empirischen Untersuchung Im Zuge der Inhaltsanalyse wurden in den 422 Artikeln insgesamt 6.979 Codings vorgenommen. Jeder Textbeitrag wurde also im Durchschnitt mit 16,5 Codierungen versehen. Deren Auswertung ergab nun eine Reihe von Ergebnissen, die in den folgenden Kapiteln dargestellt wer- den, und die eine Bestätigung oder Falsifikation der aufgestellten Hypo- thesen begründen soll. Diese beziehen sich zuerst auf formale und an- schließend auf inhaltliche Aspekte der Untersuchung. Wesentliche Ergebnisse werden zur besseren Veranschaulichung in tabellarischer Form wiedergegeben. Außerdem werden zur Verdeutlichung der theore- tischen Erkenntnisse Textstellen oder Begriffe aus den untersuchten Zeitungen zitiert. Die Belege sind nicht vollständig, dies würde den Um- fang der Arbeit sprengen, vielmehr werden Beispiele angeführt, die die Untersuchungsergebnisse besonders klar belegen. Zum Schluss wird die übergeordnete Forschungsfrage beantwortet, inwieweit die unterschiedli- che Geschlechtszugehörigkeit von Angela Merkel und Gerhard Schröder eine geschlechtsspezifisch unterschiedliche Berichterstattung der überre- gionalen deutschen Abonnementzeitungen bewirkt hat. Vom 20. August 2005 bis zum Wahltag, dem 18. September 2005, also in den vier Wochen vor der Bundestagswahl, wurden in der Frankfurter Allgemeinen Zeitung, der Süddeutschen Zeitung, der Welt und der Frankfurter Rundschau insgesamt 422 Textbeiträge veröffentlicht, die sich in irgendei- ner Form mit der Wahl und gleichzeitig mit einem der beiden Spitzen- kandidaten befassten. Der Untersuchungszeitraum umfasst für jedes Blatt 25 Publikationstage. Da sich die empirische Untersuchung auf eine Vollerhebung stützt, also die gesamte Berichterstattung der großen deut- schen Tageszeitungen in den letzten vier...

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