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Interessen und Ideen in multilateralen Handelsbeziehungen

Eine Analyse der Regierungsposition Brasiliens in den DDA- und FTAA-Verhandlungen

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Ina Peters

Die Außenwirtschaftspolitik Brasiliens wird oft als ambivalent charakterisiert, so dass eine Erklärung der Ursachen interessant und notwendig erscheint. Anhand eines akteursorientierten Ansatzes erörtert die Autorin, welchen Einfluss endogene materielle Interessen und gesellschaftliche Ideen auf die Herausbildung der Regierungsposition Brasiliens in multilateralen Handelsbeziehungen haben. Am Beispiel der Doha-Entwicklungsrunde und der Gesamt-Amerikanischen Freihandelszone werden die unabhängigen Variablen einzeln und im Verhältnis zueinander untersucht. Die Analyse liefert starke Indizien dafür, dass sowohl Interessen als auch Ideen von der Regierung aufgegriffen werden, was ihren gleichberechtigten Einfluss auf die Verhandlungsposition wahrscheinlich macht.

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7 Fallstudie 1: Doha-Entwicklungsrunde (DDA) 47

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Fallstudie 1: Doha-Entwicklungsrunde (DDA) 47 7 Fallstudie 1: Doha-Entwicklungsrunde (DDA) 7.1 Methodisches Vorgehen Das methodische Vorgehen richtet sich nach den in Kapitel 4 und 5 erarbeiteten Vorgehensweisen. Die Evaluierung der Regierungsposition muss methodisch so ausgeführt werden, dass Rückschlüsse auf den möglichen Einfluss von Interes- sen sowie von Inhalts- und Prozessideen jeweils separat möglich sind. Daher werden sowohl der inhaltliche als auch der prozessbezogene Standpunkt der Regierung bestimmt. Die Analyse erfolgt separat für die Ministerkonferenz in Cancún, die G-5 Vorbereitungsgruppe in Genf sowie die Ministerkonferenz in Hongkong, um die Unterschiede in den Regierungspositionen herauszuarbeiten. Der Untersuchungszeitraum der DDA erstreckt sich von November 2001 bis Dezember 2005. Zur Ermittlung der materiellen Interessen werden in erster Linie Dokumente aus diesem Zeitraum herangezogen, da die Position der Ver- bände auch kurzfristig an veränderte Rahmenbedingungen angepasst werden kann. Die Interessen der Wirtschaft lassen sich aus verschiedenen Quellen herausar- beiten. Um die Positionen der Sektoren möglichst exakt und fallbezogen bestim- men zu können, wurden Anfragen mit der Bitte um weiteres Informationsmate- rial an den CNA, CNI und CNC verschickt. Leider wurde die Anfrage nur vom CNA beantwortet, so dass die Interessen des Agrarsektors wesentlich präziser untersucht werden können als die Interessen des Industrie- und des Dienstleis- tungssektors. Insgesamt zeigt sich, dass die Verbände jeweils ähnliche Positio- nen in den DDA- und FTAA-Verhandlungen vertreten, was daran liegen mag, dass dieselben „key player“ involviert sind und sich die strittigen Verhandlungs- punkte weitgehend überschneiden. Eine...

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