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Interessen und Ideen in multilateralen Handelsbeziehungen

Eine Analyse der Regierungsposition Brasiliens in den DDA- und FTAA-Verhandlungen

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Ina Peters

Die Außenwirtschaftspolitik Brasiliens wird oft als ambivalent charakterisiert, so dass eine Erklärung der Ursachen interessant und notwendig erscheint. Anhand eines akteursorientierten Ansatzes erörtert die Autorin, welchen Einfluss endogene materielle Interessen und gesellschaftliche Ideen auf die Herausbildung der Regierungsposition Brasiliens in multilateralen Handelsbeziehungen haben. Am Beispiel der Doha-Entwicklungsrunde und der Gesamt-Amerikanischen Freihandelszone werden die unabhängigen Variablen einzeln und im Verhältnis zueinander untersucht. Die Analyse liefert starke Indizien dafür, dass sowohl Interessen als auch Ideen von der Regierung aufgegriffen werden, was ihren gleichberechtigten Einfluss auf die Verhandlungsposition wahrscheinlich macht.

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10 Fazit 99

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Fazit 99 10 Fazit Brasilien hat sich in den letzten Jahren zu einem „entscheidende[n] Baustein des multipolaren Systems“ entwickelt (Gratius 2004: 5). Obwohl es keine hegemo- nialen Ambitionen hegt, übernimmt das Land inzwischen eine Führungsrolle in Lateinamerika und sucht verstärkt nach Einflussmöglichkeiten auf globaler Ebene. Im Rahmen bi- und multilateraler Abkommen engagiert es sich für den Freihandel insbesondere im Agrarsektor. Doch warum oszilliert Brasilien zwi- schen Kooperation und Konfrontation? Warum schwankt es zwischen Handelsli- beralisierung und Protektionismus? Die vorliegende Arbeit versucht, das ambi- valente außenpolitische Verhalten mithilfe eines interessen- und ideenbasierten Ansatzes zu erklären und folgende Forschungsfrage zu beantworten: Welchen Einfluss haben endogene materielle Interessen und gesell- schaftliche Ideen auf die Herausbildung einer liberalen oder protektio- nistischen Regierungsposition Brasiliens in multilateralen Handelsbezie- hungen? Die Analyse der gesellschaftlichen Präferenzen auf nationaler Ebene anhand der DDA- und FTAA-Fallstudien liefert starke Indizien dafür, dass Ideen und Inter- essen gleichberechtigt die Regierungsposition beeinflussen und eine sequentielle Betrachtung die Wechselwirkungen zwischen den Variablen nicht ausreichend erklären kann. Da die Regierung sowohl auf gesellschaftliche Ideen als auch materielle Interessen Bezug nimmt, ist ein Einfluss beider Variablen auf die Regierungsposition wahrscheinlich. Hinsichtlich der Forschungsfrage ergibt sich folgendes Fazit: Endogene mate- rielle Interessen und gesellschaftliche Ideen beeinflussen gemeinsam die Regie- rungsposition, sofern sie spezifisch betroffen sind. Wenn Interessen und Ideen einheitliche Handlungsempfehlungen abgeben, greift die Regierung diese in ihrer Regierungsposition auf. Wenn Interessen und Ideen widersprüchliche Handlungsempfehlungen abgeben, kann es zu einem verstärkten Einfluss von Prozessideen...

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