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Identifizierung übernahmegeeigneter Unternehmen

Ansätze zur Erkennung von Optimierungs- und Synergiepotenzialen

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Christoph Buss

Während viele Unternehmen im Laufe der Zeit Ziel einer Übernahme werden, bewahren andere über Jahrzehnte hinweg ihre Unabhängigkeit. Die Arbeit untersucht die Fragen, welche Charakteristika Übernahmeziele aufweisen, und ob sie sich schon frühzeitig als Übernahmekandidaten identifizieren lassen. Ein erster Ansatz zielt auf die Erkennung von Unternehmen mit Optimierungspotenzialen ab, welche anhand von Kennzahlen modelliert werden. Obwohl sich in einer empirischen Untersuchung einige typische Auffälligkeiten von Übernahmezielen nachweisen lassen, reichen diese Unterschiede nicht zu ihrer Früherkennung aus. Im deutschen Kapitalmarkt sind stattdessen Synergiepotenziale wesentlicheres Übernahmemotiv. Ein zweiter in der Arbeit entwickelter Ansatz bietet auf Grundlage des Branchenlebenszyklus einen konzeptionellen Rahmen für die Identifizierung entsprechender Übernahmekandidaten.

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V. FAZIT 173

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Fazit 173 V. FAZIT Deutsche Übernahmeziele weisen im Vergleich zu unabhängig gebliebenen Un- ternehmen eine niedrigere Effizienz sowie (mit Einschränkungen) eine schlech- tere Gewinnentwicklung im Jahr vor ihrer Übernahme auf. Darauf weist ein kennzahlenbasierter Vergleich börsennotierter deutscher Unternehmen, die im Zeitraum von 1997 bis 2006 Ziel einer Übernahme wurden, mit nicht übernom- menen Unternehmen aus gleichen Branchen. Diese Unterschiede deuten an, dass Übernahmeziele Optimierungspotenziale aufweisen, die sie in den Augen von Käufern – die eine Wertsteigerung realisieren möchten – interessant erscheinen lassen. Dieser Zusammenhang könnte als erste Antwort auf die Frage interpre- tiert werden, warum viele Unternehmen über Jahrzehnte ihre Unabhängigkeit wahren, während andere im Laufe der Zeit Ziel einer Übernahme werden. Allerdings reichen die erkannten Unterschiede nicht aus, um auf dieser Basis eine Früherkennung zukünftiger Übernahmeziele durchzuführen. Ein in der Ar- beit angewandtes Logit-Regressionsmodell, welches die Übernahme- bzw. Op- timierungseignung deutscher Unternehmen auf Basis ihrer Kennzahlen an einem Stichtag quantifiziert und mit dessen Hilfe Übernahmekandidaten selektiert werden, erreicht lediglich geringe „Trefferquoten“. Mit Hilfe von Kennzahlen kann zwar eine Gruppe „optimierungsgeeigneter“ Unternehmen identifiziert werden. Jedoch wird die Mehrzahl der vom Modell benannten Übernahmekan- didaten innerhalb der nächsten zwei Jahre nach Anwendung des Modells nicht übernommen. Zudem werden einige tatsächliche Übernahmeziele nicht vom Modell entdeckt. Eine Früherkennung von Übernahmezielen durch das Auffinden etwaiger Opti- mierungspotenziale kann im deutschen Kapitalmarkt nicht erfolgreich sein. In den meisten untersuchten Fällen wiesen Zielunternehmen solche Potenziale zwar „zusätzlich“ auf (was auch die...

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