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Rudolf Goldscheid: Menschenökonom und Finanzsoziologe

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Helge Peukert

Das Buch befasst sich mit wesentlichen Beiträgen des universalen Privatgelehrten, Pazifisten und Sozialreformers Rudolf Goldscheid (1870-1931). Nach einem Überblick über sein Leben wird zunächst sein sozialbiologisches Werk behandelt, gefolgt von seinem Ansatz der Menschenökonomie. Erwähnung finden seine Auseinandersetzung mit dem Marxismus, seine Schriften zu Krieg und Frieden und zum Werturteilsstreit. Den Schwerpunkt stellt die Darstellung und kritische Diskussion der von ihm begründeten Finanzsoziologie dar, die auch zum Verständnis der Gegenwart (Finanzkrise) taugt und nach wie vor Anregungen für eine kritische Finanzwissenschaft bietet.

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1. Einleitung 7

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7 1. Einleitung Der vorliegende Beitrag geht zurück auf Seminare zur Finanzsoziologie an der Universität Erfurt, eine Antrittsvorlesung über Goldscheid im Oktober 2008 und eine Einladung der Arbeiterkammer Wien, im März 2009 die Schumpeter- Goldscheid-Debatte zu beleuchten. Es soll im Folgenden ein Überblick über Goldscheids Schaffen, insbesondere über seine Finanzsoziologie gegeben wer- den. Auch dank der Diskussionen mit Jürgen Backhaus und im finanzsoziologi- schen Kolloquium entwickelte sich aus einem geplanten Artikel dieses Büchlein. Goldscheids Werk mag nicht zur erstrangigen sozialwissenschaftlichen Literatur zu zählen sein, seine Fragestellungen und Vorschläge zur Begründung einer Fi- nanzsoziologie verdienen aber nach wie vor Berücksichtigung. Der Beitrag ist garantiert drittmittelfrei. „Wer war Rudolf Goldscheid? Aufgrund seines individualistischen Lebenswe- ges - er war ein Novellenschreiber, ein universaler Privatgelehrter, ein Pazifist und theoretischer Sozialreformer, ein Mitglied der Mittelschicht und ein Sozia- list, ein assimilierter Jude und ein Modernist - kann er nicht eindeutig einer ideo- logischen Richtung oder wissenschaftlichen Schule zugeordnet werden. Er kann ideologisch bestenfalls der radikalen Mittelschicht des Wiener Modernismus und der Spätaufklärung und in wissenschaftlicher Hinsicht der frühen Phase der modernen Soziologie zugerechnet werden“ (Exner 2004, 283, eigene Überset- zung). Seine Werke wurden trotz ihres breiten Horizontes nicht in das Pantheon der Wirtschaftswissenschaften oder der Soziologie aufgenommen. Es wird in der Literatur die rhetorische Frage gestellt, wer wohl noch seinen Namen kenne und gefragt, wie sein Bedeutungsschwund zu erklären sei (Witrisal 2004, 5-6). Er wurde tatsächlich nicht zum Klassiker und sein...

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