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Mensch im Dunkel

Eine qualitative Fallstudie zu osteuropäischen Opfern von Frauenhandel- Ein Beitrag zur Psychotraumatologie

Katarzyna Zentner

Bei dieser Fallstudie handelt es sich um die Darstellung und qualitative Analyse der psychischen Gesundheit von Opfern des Frauenhandels aus der psychotraumatologischen Sicht. Durch eine Kombination von drei verschiedenen Methoden, zu der problemzentrierte Interviews, die Aktenanalyse von Beratungs- und Gerichtsdokumenten sowie standardisierte Fragebögen zur klinischen Diagnostik gehörten, wurde vielschichtige komplexe Extremtraumatisierung mit Frauenhandelssyndrom (Syndrom der modernen Sklaverei) bei den Opfern, Jahre nach dem Geschehen, nachgewiesen.

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8. Zusammengefasste Ergebnisse der Diagnostik - empirische Befunde aus den „Interviews zur komplexen Posttraumatischen Belastungsstörung“

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190 8. Zusammengefasste Ergebnisse der Diagnostik – empirische Befunde aus den „Interviews zur komplexen Posttraumatischen Belastungsstörung“ Die Ergebnisse aus den diagnostischen Interviews zur komplexen Posttraumati- schen Belastungsstörung (IK-PTBS) (s. Anhang) bestätigten eindeutig, dass eine komplexe posttraumatische Belastungsstörung bei allen interviewten Opfern von Frauenhandel vorhanden ist. Im Vergleich mit den Ergebnissen der Lon- doner Studie von Zimmermann (s. Kap. 1.2)239 lies hier im Gegenteil die kom- plexe Traumatisierung bei Opfern von Frauenhandel im Laufe der Zeit nicht nach. Wichtig ist zu betonen, dass diese Interviews in Form von Fragebögen übli- cherweise einen Monat nach dem traumatischen Geschehen zur Ausfertigung empfohlen werden. In diesem Fall haben die Probandinnen die aufgeführten Fragebögen erst nach vier bis fünf Jahren nach dem traumatischen Erlebnis be- antwortet. Die Antworten beziehen sich auf die Symptome und Wahrnehmun- gen in unterschiedlichen Bereichen innerhalb des letzten Monats vor dem Zeit- punkt der Beantwortung von Fragebögen. Die Diagnose der PTSD, die bei den Probandinnen nach so langer Zeit festge- stellt wird, weist bei ihnen auf die langanhaltenden posttraumatischen Störungen hin. Die diagnostischen Befunde können zwar feststellen, ob eine Person von PTSD betroffen ist, aber das Spektrum von Symptomen, die „durch lebensgeschicht- lich frühe oder sehr schwere und lang andauernde Traumatisierungen ausgelöst werden kön- nen“240, ist bei Opfern von Frauenhandel „weitaus umfangreicher, als in den hier eng umgrenzten diagnostischen Kategorien“241. Somit sollen sie als ergänzende Methode in der qualitativen Fallstudie angesehen werden. Das Auswertungsblatt...

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