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Externe und interne Beobachtungen und Aussagen zur Erziehung in einem geschlossenen religiösen System am Beispiel der Zeugen Jehovas

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Sarah Pohl

Diese Studie analysiert am Beispiel der Zeugen Jehovas Chancen und Risiken weltanschaulicher Erziehung in geschlossenen religiösen Gruppierungen. Im Mittelpunkt steht eine qualitative Inhaltsanalyse von Texten der Zeugen Jehovas zum Thema Erziehung. Dabei werden Diskrepanzen zwischen Innen- und Außendarstellung herausgearbeitet. Einblick in die Erziehungsrealität bieten Interviews mit den Zeugen Jehovas angehörigen Eltern und eine Internetbefragung von jungen Aussteigern. Die Studie wird ergänzt durch Informationen zum Umgang mit Kindern aus geschlossenen religiösen Gruppierungen in der Schule.

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IV Die Erziehungstheorie und -praxis der Zeugen Jehovas 197

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IV Die Erziehungstheorie und -praxis der Zeugen Jehovas Dieses Kapitel besteht aus drei Teilen. Im ersten Teil geht es um den Vergleich der Innen- und Außendarstellungen. Danach werden im zweiten Teil anhand der gewonnenen Daten diverse Hypothesen geprüft und es erfolgt eine allgemeine Darstellung der WTG-Erziehungstheorie. Der dritte Teil legt den Fokus auf er- ziehungspraktische Aspekte. Hierzu werden Befragungen von Aussteigern und Mitgliedern vorgenommen. 1 Vergleich der Innen- und Außendarstellungen 1.1 Vorstellung der Hypothesen Basierend auf den vorherigen Kapiteln sowie den Veröffentlichungen der ZJ werden die folgenden Hypothesen zu prüfen sein: These 1: Die ZJ entwickeln sich in ihren Ratschlägen zur Lebensgestal- tung und Erziehung in Abhängigkeit zur Gesellschaft. Es werden von diver- sen Autoren (gerade in der sog. Antikultliteratur) manchmal Artikel der 70er Jahre zu Erziehung und Bildung zitiert.1 Ebenso betreffen auch die meisten vor- liegenden Fallstudien Menschen, welche in dieser Zeit erzogen/sozialisiert wur- den.2 Beispielsweise heißt es in der Wachtturmausgabe vom 1.1.1972: „Zögert nicht, bei der Züchtigung die Rute zu gebrauchen. ‚Narrheit ist gekettet an das Herz des Knaben; die Rute der Zucht wird sie davon entfernen.’“3 Ob diese Praxis bei den ZJ immer noch üblich ist, wird der konkrete Vergleich der Erzie- hungsschriften belegen. Es kann jedoch angenommen werden, dass bei den ZJ, analog zur Gesamtgesellschaft, eine Entwicklung stattgefunden hat. Erziehungs- 1 Zu beachten ist hier, dass besagte Artikel für die heutige Zeit geltend gemacht werden, was ein methodisch äußerst fragwürdiges Vorgehen ist....

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