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Das Juditbuch im Wien des 17. und 18. Jahrhunderts

Exegese – Predigt – Musik – Theater – Bildende Kunst

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Elisabeth Birnbaum

Die Studie erschließt aus umfangreichem Quellenmaterial des 17. und 18. Jahrhunderts bibelwissenschaftliche und künstlerische Interpretationen des Juditbuches im historischen und kulturellen Umfeld Wiens. Sie klärt unter anderem den Zusammenhang der besonderen Beliebtheit des Juditbuches mit den zahlreichen kriegs- und seuchenbedingten Notsituationen der Stadt. Ebenso wird die Verbindung zwischen der einseitig tugendhaften Stilisierung Judits und der Thronbesteigung Maria Theresias verdeutlicht. Die Veröffentlichung dreier bislang ungedruckter Oratorienlibretti rundet den Band ab.

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Historischer Kontext 51

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Historischer Kontext38 Politische Voraussetzungen Die erste Hälfte des 17. Jahrhunderts war geprägt vom Dreißigjährigen Krieg. Der widersprüchliche Umgang der Kaiser Rudolf II. und Matthias mit den Pro- testanten, geprägt von Zugeständnissen und späterer Zurücknahme derselben, verbunden mit böhmischen Nationalinteressen, führte zum „Prager Fenster- sturz“. Der Krieg entwickelte sich zu einem europäischen Machtkampf mit Bündnissen quer durch die Konfessionsgrenzen. Ferdinand II. und Ferdinand III. waren die Kaiser dieser Zeit. Wien selbst drohte nur zweimal Gefahr: Das erste Mal kurz nach Ausbruch des Krieges, als böhmische Protestanten Wien be- drängten, das zweite Mal 1643, als die Schweden vor Wien standen und 1645 sogar die Wolfsschanze (heutige Schwedenschanze) besetzten. Unter Leopold I. (1657-1705) begann der Aufstieg Österreichs zur Groß- macht, der aber von immer wieder aufflackernden Türkenkriegen und von Riva- litäten mit Frankreich überschattet war. 1679 brach die Beulenpest in Wien aus und raffte ein Drittel der Wiener Bevölkerung dahin. Als Dank für die Befreiung von dieser Seuche wurde die Dreifaltigkeitssäule (Pestsäule) am Wiener Graben errichtet. 1683 belagerten die Türken Wien, und nur durch das Entsatzheer unter dem polnischen König Karl Sobieski und Herzog Karl von Lothringen wurde die Stadt gerettet. Der Krieg gegen die Türken dauerte allerdings noch bis 1699. Dabei kam Ungarn zum Hause Habsburg, und Österreich wurde zur Großmacht. Die Jahre um die Jahrhundertwende waren von Kriegen gegen die rivalisierende Großmacht Frankreich gepr...

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