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Das Juditbuch im Wien des 17. und 18. Jahrhunderts

Exegese – Predigt – Musik – Theater – Bildende Kunst

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Elisabeth Birnbaum

Die Studie erschließt aus umfangreichem Quellenmaterial des 17. und 18. Jahrhunderts bibelwissenschaftliche und künstlerische Interpretationen des Juditbuches im historischen und kulturellen Umfeld Wiens. Sie klärt unter anderem den Zusammenhang der besonderen Beliebtheit des Juditbuches mit den zahlreichen kriegs- und seuchenbedingten Notsituationen der Stadt. Ebenso wird die Verbindung zwischen der einseitig tugendhaften Stilisierung Judits und der Thronbesteigung Maria Theresias verdeutlicht. Die Veröffentlichung dreier bislang ungedruckter Oratorienlibretti rundet den Band ab.

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Resümee 289

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Resümee Zusammenfassung Wie das Juditbuch im Wien des 17. und 18. Jahrhunderts rezipiert wurde, war Thema dieser Studie. Das 17. und 18. Jahrhundert wurden ausgewählt, da sie für die Bibelwissenschaft allgemein und für die Rezeption des Juditbuches im Be- sonderen einen Paradigmenwechsel darstellen. Dabei spielen die Auswirkungen der Reformation eine ebenso große Rolle wie der generelle kulturelle und geisti- ge Wandel an der Schnittstelle zwischen Barock und Aufklärung. Vulgata und Septuaginta Das Juditbuch liegt uns in zwei sehr unterschiedlichen Versionen vor: Nur zur Hälfte des Textes stimmen die zwei rezeptionsgeschichtlich bedeutsamsten Textfassungen, die Vulgata und die Septuaginta, überein. Heute wird, ohne dies explizit zu erwähnen, die Septuaginta ausgelegt. Doch bis zum II. Vatikani- schen Konzil zogen katholische Exegeten,465 Prediger und Künstler selbstver- ständlich die Vulgata heran. Daher wurde in dieser Arbeit als erster Schritt die Divergenz der Texte genau untersucht: Dabei ergab sich, dass Vulgata und Sep- tuaginta je eigene Schwerpunkte setzen. Wichtigster Unterschied ist, dass in der Vulgata die Themen Keuschheit und Demut stärker betont werden als in der Septuaginta. Die Keuschheit wird als ei- ne Hauptursache für Judits Sieg geschildert. Die Demut gilt als Garant für das Erbarmen Gottes, der auf der Seite der Demütigen steht (statt wie in der Septua- ginta auf der Seite der Schwachen und Unterdrückten). Stärker als in der Septu- aginta ist die Kraft des Gebetes in den Vordergrund gerückt. Zu Gebeten wird von höchster...

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