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Die Ausbreitung des Buddhismus in Süd- und Südostasien

Eine quantitative Untersuchung auf der Basis epigraphischer Quellen

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Karl-Heinz Golzio

Diese Darstellung der Ausbreitung des Buddhismus und ihre quantitative Erfassung stützt sich in erster Linie auf epigraphische Quellen und andere Artefakte seit der Zeit des indischen Königs Aśoka (reg. 268 bis nach 240 n. Chr.), die in Kontrast zu den Inselchroniken Śrī Lankās und anderen Schriftquellen gesetzt werden, die viele Jahrhunderte (bis zu 700-800 Jahren) nach den referierten tatsächlichen und vermeintlichen Ereignissen entstanden. Der Aspekt der Quantifizierung kann nur selten in absoluten Zahlen dargestellt werden (bei den Berichten chinesischer Pilgermönche), sondern wird in der Hauptsache durch die Fülle (oder auch das Fehlen) der oben genannten Quellen erläutert. Gradmesser ist deren Dichte während bestimmter historischer Epochen. Quantifizierung bedeutet daher zumeist nichts anderes als den Nachweis der Existenz von Buddhisten an bestimmten Orten oder Regionen und darüber hinaus in vielen Fällen den ihrer dominierenden Stellung für einen gewissen Zeitraum.

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104 Ergebnisse Wie bereits oben ausgeführt, ist es unmöglich, die Anzahl von Anhängern des Buddhis- mus – seien sie nun Mönche/Nonnen oder Laien – in absoluten Zahlen auch nur annä- hernd zu quantifizieren, sieht man man den Angaben chinesischer Pilger nach Südasien vom 5. bis 7. Jh. n. Chr. ab. Allerdings können durchaus Aussagen über die Zunahme des Einflusses bzw. der Dominanz der buddhistischen Lehre(n) anhand von Klosteranlagen, Inschriften und sakralen Monumenten getroffen werden. Die Gründe für die großen Erfolge dieser Religion gegenüber der alten vedischen Religion in den ersten Jahrhun- derten nach ihrem Entstehen wurden ausführlich erläutert, aber auch Grenzen im Wett- streit mit anderen nichtbrahmanischen Bewegungen aufgezeigt, etwa dem Jinismus, der schon früh in Karṇāṭaka dominierte, wo der Buddhismus nach dem Befund der Quellen nie größerem Einfluß gewann. Sehr wichtig war zweifellos die Förderung durch Herrscherpersönlichkeiten, die diese neue Religion wohl auch als Bindemittel für ihre Untertanen betrachteten, weshalb ein König wie Aśoka eigens Religionsbeamte innerhalb und außerhalb seines Reiches entsandte, wobei sich deren Erfolg letztlich außer in Śrī Laṅkā nicht überprüfen läßt. Ein offensichtlicher Mißerfolg waren sie – unterstellt, die Gesandten haben ihre Ziele erreicht – bei den hellenistischen Herrschern. Dabei spielte zweifellos die Tatsache, daß hier Ver- treter einer Hochkultur mit ihrem Wertesystem (wozu auch die Religion zählt) auf die Vertreter einer anderen trafen, die ein anderes Wertesystem mit eigenen religi...

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