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Spanisches Anwaltshaftungsrecht

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Ingo Müller

Die Arbeit erschließt erstmals das spanische Anwaltshaftungsrecht in deutscher Sprache und setzt sich zugleich mit der spanischen Doktrin kritisch auseinander. Im Mittelpunkt der Bearbeitung steht die besonders praxisrelevante zivilrechtliche Haftung des Rechtsanwalts, die eine umfassende Erörterung erfährt. Ergänzend werden außerdem die Grundlagen seiner disziplinar- und strafrechtlichen Haftung dargestellt. Die Untersuchung zeigt, dass den strukturellen Gemeinsamkeiten mit dem deutschen Recht auch erhebliche Unterschiede gegenüberstehen, von der Zweiteilung des Anwaltsberufs bis zur Ersatzfähigkeit von Chancen, die der Mandant durch die Pflichtverletzung des Anwalts verloren hat. Praxisnahe Erläuterungen zu Haftungsvereinbarungen und zur Berufshaftpflichtversicherung runden die Arbeit ab.

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Kapitel neun: Berufshaftpflichtversicherung 343

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343 Kapitel neun: Berufshaftpflichtversicherung A. Funktion Für den von Haftung bedrohten Anwalt stellt sich neben der vertraglichen Be- schränkung seines Haftungsrisikos1750 in der Praxis auch die Frage, wie er sein Haftungsrisiko versichern kann. Dazu dient die Berufshaftpflichtversicherung (seguro de responsabilidad civil profesional), die in Art. 73 Abs. 1 LCS1751 de- finiert wird. Demnach verpflichtet sich der Versicherer zur Übernahme von Schadensersatzansprüchen gegen den Versicherten aufgrund von Schäden, für die der Versicherte zu haften hat. Die Berufshaftpflichtversicherung des Anwalts besipielsweise zahlt also für Ersatzansprüche der geschädigten Mandanten. Au- ßerdem übernimmt der Versicherer in der Regel auch die Kosten der Rechtsver- tretung. Manche Policen lassen dem Versicherten die Wahl, sich von einem Anwalt vertreten zu lassen, während andere Versicherungen auf die rechtliche Vertretung durch die Versicherung selbst beschränkt sind.1752 Geldstrafen, zu deren Zahlung der Anwalt aufgrund strafbaren Verhaltens verurteilt wurde, ü- bernimmt der Versicherer dagegen nicht. Funktion der anwaltlichen Berufshaftpflichtversicherung ist damit die Be- friedigung begründeter Ansprüche des Mandanten gegen seinen Anwalt, aber auch die Abwehr unbegründeter Ansprüche. Der geschädigte Mandant möchte seinen gesamten Schaden ersetzt erhalten und nicht in der Höhe auf das im Ein- zelfall möglicherweise sehr geringe pfändbare Vermögen seines Anwalts be- schränkt werden. Umgekehrt kann ein Haftungsfall das wirtschaftliche Überle- ben des Anwalts gefährden. Der Anwalt hat außerdem ein Interesse daran, dass er nicht zu Unrecht in Anspruch genommen wird. Da die Berufshaftpflichtversi- cherung regelm...

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