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«I’m a Hindu and I’m a Swaminarayan»

Religion und Identität in der Diaspora am Beispiel von Swaminarayan-Frauen in Großbritannien

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Gabriele Reifenrath

Diese Studie beschäftigt sich mit der zunehmenden Bedeutung angestammter Religionen für Migranten und Diaspora-Angehörige am Beispiel von Frauen des Bochasanwasi Akshar Purushottam Sanstha in Großbritannien. Anhand biographischer Interviews werden individuelle Beweggründe solcher Rückbesinnungsprozesse und Aneignungsstrategien untersucht. Dabei zeigt sich, dass persönliche Erfahrungsaufschichtungen und konkrete Lebensfragen der Anlass für eine (erneute) Selbstzuordnung zu der eigenen religiös-kulturellen Gemeinschaft sind. Diese bietet emotionale Sicherheit und Sinnorientierungen. Während kollektive Deutungsmuster dabei zum Teil übernommen werden, entwickeln die Frauen bei Handlungsmustern individuelle Anpassungsstrategien an das soziale Umfeld. Von Bedeutung sind jedoch auch die symbolische Repräsentation in Form des prestigeträchtigen Shri Swaminarayan Mandir in London und die modernitätsförmige Organisation dieser hinduistischen Religionsgemeinschaft.

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2. Swaminarayans: Entstehung, Entwicklung, Lehren 72

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Kapitel 2 72 2. Swaminarayans: Entstehung, Entwicklung, Lehren Dieses Kapitel vermittelt einen Überblick über die Religionsgemeinschaft der Swaminarayans allgemein, von welcher der Bochasanwasi Akshar Purushot- tam Sanstha eine jüngere Abspaltung ist, die in der Diaspora jedoch den größe- ren Zuwachs an Mitgliedern verzeichnen kann. Williams (2001: 1) sieht im letzten Viertel des 20. Jahrhunderts ein rasantes Wachstum dieser hinduisti- schen Überlieferungstradition (sapradya), die in Gujarat Anfang des 19. Jahrhunderts als kleine Reformsekte begann. Der Swaminarayan-Hinduismus ist keine missionierende Religionsgemeinschaft und obwohl inzwischen Dias- poragemeinden in vielen Ländern Afrikas, Nordamerikas und Europas existie- ren, besteht ihre Anhängerschaft immer noch nahezu exklusiv aus Gujarati- Hindus. Swaminarayan-Hinduismus ist daher eine ausgesprochen regional ge- prägte Form des Hinduismus. Kennzeichen dieser Religionsgemeinschaft ist ihr Festhalten an orthodoxen brahmanischen Praktiken verbunden mit einer puritanisch-ethischen Lebensführung, modernen Reformen, sozialem Enga- gement und einer effektiven Organisation, die eine erfolgreiche Etablierung nicht nur in Gujarat, sondern ebenso in Übersee ermöglichte. Ist in diesem Kapitel von den Swaminarayans die Rede, so ist damit diese hinduistische Traditionslinie allgemein gemeint, ansonsten werden die beiden älteren Schulen von der jüngeren Abspaltung (BAPS) unterschieden. Gegen- stand aller weiteren Kapitel ist nur der Bochasanwasi Akshar Purushottam Sanstha, auch wenn der Einfachheit halber oftmals von „den Swaminarayans“ die Rede ist. 2.1 Forschungsstand zum Swaminarayan-Hinduismus Der Forschungsstand zum Swaminarayan-Hinduismus lässt sich mit einem Zi- tat von Schreiner (1999: 258-259) zusammenfassen: “The scholarly secondary lite- rature on this movement is surprisingly small. The primary sources are texts in San-...

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