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Transnationale Unternehmen zwischen heterogenen Umwelten und interner Flexibilisierung

Zur Rolle polykontextueller Netzwerke in der Siemens AG

Mirka C. Wilderer

Am Fallbeispiel der Siemens AG wird in dieser Arbeit der Frage nachgegangen, wie international operierende Unternehmen angesichts heterogener Unternehmensumwelten und interner Flexibilisierungsbemühungen koordiniert und stabilisiert werden. In Abgrenzung zur internationalen Managementforschung und an netzwerktheoretische Überlegungen anknüpfend wird aufgezeigt, dass die Leistungsfähigkeit formaler Strukturen und Koordinationsmechanismen zur Lösung des Dilemmas grenzüberschreitend tätiger Unternehmen in der realen Organisationspraxis begrenzt ist und häufig überbewertet wird. Stattdessen werden international operierende Unternehmen jenseits ihrer formalen Strukturen durch Handeln in polykontextuellen Netzwerken in und über ihre Unternehmensgrenzen hinweg koordiniert und integriert.

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EINFÜHRUNG 21

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21 Einführung Im Zentrum dieser Forschungsarbeit stehen die Einflüsse unterschiedlicher insti- tutioneller Kontexte auf die Organisation und das Management international operierender Unternehmen. Im Unterschied zur breiten betriebswirtschaftlichen Diskussion, die sich zumeist in normativer Perspektive mit internationalen Un- ternehmen befasst (Bartlett/Ghoshal 1989; Egelhoff 1993; Prahalad/Doz 1987; Ferdows 1997; Buckley 1996; Casson 1997; Buckley/Ghauri 1999), untersucht diese Arbeit die institutionellen Einflussfaktoren auf die tatsächliche Ausgestal- tung von Internationalisierungsstrategien und organisatorischen Wandlungspro- zessen in international operierenden Unternehmen im Kontext eines qualitativ veränderten Weltmarkts. Zwar gibt es mittlerweile eine große Anzahl an Studien und Veröffentlichungen, die sich mit den unterschiedlichsten Aspekten der Un- ternehmens-internationalisierung und der Reorganisation bestehender Unter- nehmensstrukturen befasst haben (u.a. Kieser/Kubicek 1992; Böttcher 1996; Boyer et al. 1998; Eckardt et al. 1999a; Riedl 1999; Pries 2000; Morgan et al. 2001; Dörrenbächer 2003; Rank 2003; Faust et al. 2004). Allerdings gehen nur wenige dieser auf das Spannungsfeld globaler Isomorphismen und lokalen Handlungsrationalitäten, auf die alltagsweltlichen Beziehungsgeflechte und grenzüberschreitenden Interaktionen von Akteuren sowie die widersprüchlichen Folgewirkungen für die Unternehmenskoordination ein (Matthäi/Kotthoff 2001; Pries 2002b; Geppert/Matten/Schmidt 2006). Vernachlässigt werden demnach die sozialen Bedingungen der konkreten Ausgestaltung und Stabilisierung trans- nationaler Unternehmen (Greve/Heintz 2005; Wagner 2006). Die nachfolgende Studie befasst sich daher erneut mit der Internationalisierungsstrategie und den organisatorischen Wandlungsprozessen grenzüberschreitend tätiger Unterneh- men. Die zentrale Untersuchungsfrage dieser Arbeit lautet: Wie werden internati- onal operierende Unternehmen angesichts heterogener Unternehmensumwelten und interner Flexibilisierungsbemühungen in der realen Organisationspraxis ko-...

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