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Transnationale Unternehmen zwischen heterogenen Umwelten und interner Flexibilisierung

Zur Rolle polykontextueller Netzwerke in der Siemens AG

Mirka C. Wilderer

Am Fallbeispiel der Siemens AG wird in dieser Arbeit der Frage nachgegangen, wie international operierende Unternehmen angesichts heterogener Unternehmensumwelten und interner Flexibilisierungsbemühungen koordiniert und stabilisiert werden. In Abgrenzung zur internationalen Managementforschung und an netzwerktheoretische Überlegungen anknüpfend wird aufgezeigt, dass die Leistungsfähigkeit formaler Strukturen und Koordinationsmechanismen zur Lösung des Dilemmas grenzüberschreitend tätiger Unternehmen in der realen Organisationspraxis begrenzt ist und häufig überbewertet wird. Stattdessen werden international operierende Unternehmen jenseits ihrer formalen Strukturen durch Handeln in polykontextuellen Netzwerken in und über ihre Unternehmensgrenzen hinweg koordiniert und integriert.

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TEIL I: THEORETISCHE GRUNDLAGEN 37

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37 Teil I Theoretische Grundlagen 39 Heterogenisierung der Unternehmensumwelten Ausgangspunkt der vorliegenden Arbeit ist die räumliche Restrukturierung der Weltwirtschaft und die daraus resultierende Problemsituation international ope- rierender Unternehmen. In dieser unter der Bezeichnung ‚Globalisierung’ ge- führten Diskussion finden sich zwei entgegengesetzte Thesen zur Entwicklung wirtschaftlicher Aktivitäten: Die Konvergenz-These hebt die Herausbildung ei- nes weltweit homogenisierten Wirtschaftssystems hervor, in dem national ver- ankerte ökonomische Strukturen zunehmend an Bedeutung verlieren. Betont wird hierbei die globale Diffusion von Institutionen, Strukturen und Praktiken (Reich 1993; Ohmae 1996; Albrow 1998; Friedman 2005). Die Divergenzthese hingegen verweist auf die Pfadabhängigkeit und damit die beständige Unter- schiedlichkeit ‚nationaler Einbettungskontexte’, die für die Unternehmen mit ‚country of origin’ und ‚host country’ Effekten verbunden sind (Crouch/Streek 1997; Hollingsworth/Boyer 1997; Hall/Soskice 2001; Abelshauser 2003; Gep- pert/Matten/Schmidt 2004). Fasst man die Konvergenz- und die Divergenzthese zusammen, werden die Unternehmensumwelten sowohl in globaler, als auch in pluri-lokaler Hinsicht zunehmend heterogen. Es entsteht ein Mehrebenensystem globaler und lokaler Kontexte. Für Unternehmen resultiert dies in der Herausforderung einer gleich- zeitigen Integration sowohl in das sich herausbildende globale Wirtschaftssys- tem als auch in eine weiterhin beständige Vielzahl nationaler Einbettungskon- texte, also der Einbindung in den globalen Weltmarkt bei gleichzeitiger Herstel- lung lokaler Wettbewerbsfähigkeit. Hierzu orientieren sie sich zugleich an glo- balen Spielregeln und Handlungsrationalitäten und an zahlreichen nationaler Wirklichkeiten mit jeweils eigenen Systemlogiken und lokalen Handlungs- rationalitäten. Dieser Zusammenhang soll im folgenden Kapitel theoretisch hergeleitet werden. Hierzu werden die wesentlichen Argumente für eine...

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