Show Less

Transnationale Unternehmen zwischen heterogenen Umwelten und interner Flexibilisierung

Zur Rolle polykontextueller Netzwerke in der Siemens AG

Mirka C. Wilderer

Am Fallbeispiel der Siemens AG wird in dieser Arbeit der Frage nachgegangen, wie international operierende Unternehmen angesichts heterogener Unternehmensumwelten und interner Flexibilisierungsbemühungen koordiniert und stabilisiert werden. In Abgrenzung zur internationalen Managementforschung und an netzwerktheoretische Überlegungen anknüpfend wird aufgezeigt, dass die Leistungsfähigkeit formaler Strukturen und Koordinationsmechanismen zur Lösung des Dilemmas grenzüberschreitend tätiger Unternehmen in der realen Organisationspraxis begrenzt ist und häufig überbewertet wird. Stattdessen werden international operierende Unternehmen jenseits ihrer formalen Strukturen durch Handeln in polykontextuellen Netzwerken in und über ihre Unternehmensgrenzen hinweg koordiniert und integriert.

Prices

Show Summary Details
Restricted access

TEIL II: EIGENER ANSATZ 155

Extract

155 Teil II Eigener Ansatz 157 Integrationsleistung polykontextueller Netzwerke Vor dem Hintergrund der beschrieben Problemsituation, in Abgrenzung zu den gängigen Arbeiten der internationalen Managementforschung und in Anlehnung an netzwerktheoretische Überlegungen soll im Rahmen dieser Forschungsarbeit herausgearbeitet werden, dass international operierende Unternehmen als um- weltoffene Systeme sowohl in ein globales wie auch in eine Vielzahl lokaler Wirtschaftssysteme eingebunden sind (Leithypothese 1). Allerdings wird die Leistungsfähigkeit formaler Strukturen und Koordinationsmechanismen zur Lö- sung des Dilemmas grenzüberschreitend tätiger Unternehmen in der realen Or- ganisationspraxis aufgrund der resultierenden Instabilität überbewertet (Leithy- pothese 2). Dies lässt sich auf die Einbettung wirtschaftlicher Aktivitäten in eine Vielzahl sozialer, politischer, ökonomischer und kultureller Kontexte zurückfüh- ren (Granovetter 1985; Schamp 2000; Hess 2004; Hirsch-Kreinsen 2004; Gep- pert et al. 2006). Die Grundlage ökonomischer Transaktionen sind soziale Be- ziehungen, die ständig reproduziert werden müssen. Den Blick auf diese nicht- ökonomischen Voraussetzungen ökonomischen Handelns richtend liegt die Vermutung nahe, dass soziale Netzwerke im Sinne von an Adressen angelager- ten Beziehungsgeflechten für den Handlungsvollzug an Bedeutung gewinnen. Es wird daher hier die These vertreten, dass angesichts der Heterogenisierung der Unternehmensumwelten und internen Flexibilisierungsbemühungen interna- tional operierende Unternehmen durch Handeln in polykontextuellen Netzwer- ken in und über die Unternehmensgrenzen hinweg sozial integriert und stabili- siert werden (Leithypothese 3). Zur Herleitung dieser Leithypothesen und Darstellung des dieser For- schungsarbeit zugrundeliegenden Ansatzes in Anlehnung an und Abgrenzung von dem zuvor beschriebenen theoretischen Ansätzen wird im Folgenden zu- nächst die...

You are not authenticated to view the full text of this chapter or article.

This site requires a subscription or purchase to access the full text of books or journals.

Do you have any questions? Contact us.

Or login to access all content.