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Owning the Mind

Beiträge zur Frage geistigen Eigentums

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Paul Ferstl and Stefan Wedrac

Die Beiträge dieses Bandes, verfasst in deutscher und englischer Sprache aus den Bereichen der Rechts- und Wirtschaftswissenschaften, der vergleichenden Literaturwissenschaft, der Musikwissenschaft, der Philosophie sowie der Kulturwissenschaften, widmen sich Fragen der Zensur, des Urheber- und Interpretenrechts sowie hochaktuellen Diskussionen um den Zusammenhang zwischen Intertextualitätstheorien und Plagiatsvorwürfen. Ferner behandelt werden (sub)kulturelle Gegenentwürfe zu gängigen Modellen der Informationsweitergabe, ökonomische Grundlagen des Schutzes kulturellen Eigentums sowie aktuelle Entwicklungen in der Internetkultur, die für Fragen des geistigen Eigentums von weitreichender Bedeutung sind.

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STEPHAN FADINGER Plagiat und Intertextualität 131

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STEPHAN FADINGER PLAGIAT UND INTERTEXTUALITÄT Auch wenn feststeht, dass niemand Herr seines eigenen Geistes ist, ein anderer kann einem diesen – oder zumindest Teile davon – streitig ma- chen . Fichte beschränkte zwar in Beweis der Unrechtmäßigkeit des Büchernach- drucks1 das Eigentum auf die Form der Gedanken, diese Einschränkung gilt wohl heutzutage – siehe zuletzt die Entscheidung des Europäischen Gerichtshofes Infopaq International A/S gegen Danske Dagblades Forening,2 laut der die Vervielfältigung einzelner Teile eines Zeitungsartikels unter Umständen schon eine Urheberrechtsverletzung darstellen kann - nicht mehr . Denn da kann ein Teil eines Werkes schon an der Originalität des Gesamtwerkes „teilhaben“ - als könnte das abgetrennte Bein eines Ele- fanten ganz alleine Zirkuskunststücke vorführen .3 Aber das ist natürlich nur das letzte Beispiel einer Entwicklung, die bereits seit spätestens der Mitte des 18 . Jahrhunderts zügig, in fröhlicher Ignoranz anderer Wissenschaften und nur in sich logisch voranschreitet . Der Suchmaschinerie sei Dank, werden Plagiate in den letzten Jahren vermehrt aufgespürt, und die des Diebstahls beschuldigten Au- toren erwehren sich des Plagiatsvorwurfs zuletzt unter erleichtertem Verweis auf die Intertextualitätstheorie, die anscheinend die Rolle der Schutzheiligen der Textbearbeiter übernommen hat . Daher ist eine Prüfung des Verhältnisses von Plagiat und Intertextualität ein lohnendes Unterfangen, wobei (um Unschärfen so gut wie möglich 1 Johann Gottlieb Fichte, ‘Beweis der Unrechtmäßigkeit des Büchernachdrucks’, in: Sämtliche Werke, Band III (Veit und Comp: Berlin, 1846) S . 223ff . 2 EuGH...

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