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Kommunikation in der Frühen Neuzeit

Edited By Klaus-Dieter Herbst and Stefan Kratochwil

Dieser Band enthält die überarbeiteten Fassungen von Vorträgen, die auf einer Tagung an der Universität Jena am 15. und 16. Dezember 2006 gehalten wurden. Themenschwerpunkte waren die Kommunikation in der Frühen Neuzeit im Allgemeinen und die Kommunikation unter Gelehrten im Besonderen. Die letztgenannte Kommunikationsform erfolgte auf unterschiedlichen Wegen, die zumindest unter drei Gesichtspunkten zusammengefaßt werden können: Zum einen wurden Informationen mittels Briefen ausgetauscht, zum anderen über wissenschaftliche Periodika und andere Publikationen (z.B. Sendschreiben) und zum dritten durch Begegnungen etwa bei Reisen und persönlichen Kontakten. Die Beiträge nähern sich dem Themenkomplex auf programmatische Weise sowie auf der Grundlage detaillierter Einzelstudien.

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KLAUS-DIETER HERBSTDie Jahreskalender — Ein Medium für gelehrte Kommunikation 189

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Die Jahreskalender — Ein Medium für gelehrte Kommunikation Von KLAUS-DIETER HERBST Basis für meine Auseinandersetzung mit den Kalendern der Frühen Neuzeit ist die Bearbeitung eines Projektes mit dem Arbeitstitel „Die wissenschaftli- che Professionalisierung des Kalenderwesens im 17. Jahrhunderts im Kon- text der Frühaufklärung" (gefördert durch die Deutsche Forschungsgemeinschaft). Die begonnene Auswertung dieser historischen Quellen führte mich zu der Überzeugung, daß einige Kalender auch als ein Podium für gelehrte Kom- munikation betrachtet werden können. Bei den untersuchten Kalendern handelt es sich um sogenannte ,Schreibkalender', die hier zunächst charakte- risiert werden sollen. 1. Jahreskalender — Schreibkalender Neben der Bibel und dem Betbuch war der Jahreskalender in der Frühen Neuzeit die am weitesten verbreitete, weil in fast jedem Haushalt gebrauchte Druckschrift. Von den jährlich in verschiedenen Formaten erschienenen Kalendern waren im 17. und frühen 18. Jahrhundert — auf diesen Zeitraum beschränken sich meine Quellenstudien und nur darüber erlaube ich mir Aussagen zu treffen — jene im Format von ca. 16 cm x 20 cm besonders beliebt. Sie bestehen aus einem in der Regel 14 bis 16 Blatt umfassenden ersten Teil mit dem Kalendarium und einem 8 bis 16 Blatt (in Ausnahmefäl- len erweitert bis auf 54 Blatt) umfassenden zweiten Teil, dem astrologischen Prognostikum (oft auch als Praktik bezeichnet). Das Kalendarium sind die Monatstafeln mit der Tageszählung nach dem „Alten", Julianischen und dem „Neuen", Gregorianischen Kalender, in einigen Reihen ergänzt durch 190 Klaus-Dieter Herbst das „Calendarium Romanum". In den protestantischen...

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