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Gott-menschliche Gemeinschaft

Katholische integrale Ekklesiologie

Andrzej Napiorkówski

Dieses Buch wurde als eine katholische integrale Ekklesiologie konzipiert. Der Autor vertritt die Meinung, dass die Wissenschaft von der Kirche nicht auf die Fundamentaltheologie allein zurückgeführt werden darf, sondern auch die Apologetik und Dogmatik mit einbeziehen muss. Ein solcher Ansatz erzwingt gleichsam die Anwendung einer neuen Methodologie, die sich von der bisher angewendeten unterscheidet. Darüber hinaus tendiert diese integrale christliche Ekklesiologie zum Personalismus, denn sie bereichert ihre Strukturen um die theologische Anthropologie. Die Kirche wird erst dann zur Kirche, wenn eine personale Bindung zwischen Gott und Mensch entsteht. Jenseits der Bindung zwischen Personen gibt es keine Kirche. Dieses neue Bild der Kirche ist darüber hinaus Ergebnis einer intensiveren Berücksichtigung der biblischen, philologischen, philosophischen, historischen, psychologischen und soziologischen Wissenschaften.

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6. Entwicklung des Kirchengedankens —ein historisch-dogmatischer Grundriss - 167

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167 6. Entwicklung des Kirchengedankens — ein historisch-dogmatischer Grundriss ie Reflexion dieses Kapitels gilt einem möglichst umfassenden Verständnis von Kirche, das sich im Laufe der Jahrhunderte gewandelt hat. Jede Epoche in der Geschichte des Christentums entwarf ihr eigenes Bild der Kirche, wobei das „Bild“ in seiner doppelten Bedeutung begriffen wurde: als plastisches Bild und lebhafte Vorstellung der Kirche, d. h. einerseits als das Selbstverständnis der Kirche in ihrer konkreten Gestalt und andererseits als die zu diesem Image zuge- hörige Konkretisierung der Kirche bei den Menschen. Die Geschichte der Ekkle- siologie führt zahlreiche Belege dafür an, dass diese beiden Dimensionen sich überschnitten haben und dass die zu einer Zeit bevorzugte Akzentsetzung einige ekklesiologische Momente exponiert und andere zum Schwinden gebracht hat. Manchmal fügen sich diese beiden Bilder — das Selbstverständnis der Kirche und die Wahrnehmung der Kirche durch die sie umgebende Welt — in ein ge- meinsames Bild zusammen. Weil der Schwerpunkt dieses Kapitels auf der Entwicklungsgeschichte des Kirchenbegriffes liegt, müssen an dieser Stelle einige Bemerkungen methodolo- gischer Natur gemacht werden, und zwar im Hinblick auf die Geschichtswissen- schaften. Die gegenwärtige Problematik der Geschichts-methodologie konzent- riert sich auf die Fragen, die dem Wesen des Geschichtsprozesses und dem Sinn der Geschichte gelten. Im Bereich der kirchlichen Historiographie fragen wir also danach, was die Kirchengeschichte sei und ob sie lediglich einen Ausschnitt der Universalgeschichte ausmacht. Oder ob man sie wegen ihrer Spezifik doch als eigenständiges Phänomen betrachten sollte? Und weiter tauchen die Fragen auf:...

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