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Kriegs- und Nachkriegskindheiten

Studien zur literarischen Erinnerungskultur für junge Leser

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Edited By Gabriele von Glasenapp and Hans-Heino Ewers-Uhlmann

Die Beiträge dieses Bandes beschäftigen sich mit der Allgemein- wie der Kinder- und Jugendliteratur als einem zentralen Erinnerungsmedium an Kindheit und Jugend während des Zweiten Weltkriegs und der Nachkriegszeit. Fokussiert werden die teilweise traumatisierenden Erlebnisse: Zum einen aus unterschiedlichen nationalen Perspektiven, wobei der nationale Referenzrahmen neben deutschsprachigen auch europäische wie außereuropäische Perspektiven umfasst. Zum anderen werden die literarischen Kindheitsdarstellungen einzelner Länder unter dem Aspekt von Selbst- und Fremdwahrnehmung gesehen. Die einzelnen Aufsätze gehen zur Erinnerungskultur im Allgemeinen, behandeln einzelne Autoren und befassen sich mit der Tradierung von Texten, Aspekten nationaler Literaturpolitik sowie Fragen der literarischen Vermittlung.

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Zeitgeschichte, Familiengeschichte und Generationenwechsel. Deutsche zeitgeschichtliche Jugendliteratur der 1990er und 2000er Jahre im erinnerungskulturellen Kontext 27

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Hans-Heino Ewers / Caroline Gremmel (Frankfurt am Main) Zeitgeschichte, Familiengeschichte und Generationenwechsel. Deutsche zeitgeschichtliche Jugendliteratur der 1990er und 2000er Jahre im erinnerungskulturellen Kontext. Die zeitgeschichtliche autobiographische bzw. autobiographiebasierte (Holden- ried 2000, 40) Belletristik für Erwachsene dürfte bei Lesern, die der Generation der Verfasserinnen bzw. der Verfasser angehören, auf besonderes Interesse stoßen. Man geht deshalb nicht fehl, wenn man sie als eine – gewiss nicht aus- schließliche – intragenerationelle literarische Kommunikation bezeichnet. An- ders verhält es sich mit autobiographiebasierten zeitgeschichtlichen Romanen für Kinder und Jugendliche. Hier wendet sich eine ältere an eine jüngere Gene- ration, so dass grundsätzlich von einer intergenerationellen literarischen Kom- munikation gesprochen werden kann. Was nun die deutschsprachige zeitge- schichtliche Jugendliteratur1 der letzten drei bis vier Jahrzehnte angeht, so fin- den sich auf Seiten der Autoren nahezu ausschließlich Angehörige der soge- nannten zweiten Generation, der Generation der Täter- und Mitläuferkinder, An- gehörige also der Hitlerjugend- und der Kriegskindergeneration, während es sich bei den Adressaten um Angehörige der sogenannten dritten Generation, also um die Enkel der Täter- und Mitläufergeneration handeln dürfte. Wie eine jede Generation, so fächert sich auch die dritte Generation in Alterskohorten auf: So haben sich die einschlägigen Jugendromane in den sieb- ziger Jahren an die um 1960 geborenen Jugendlichen gewandt, die entsprechen- den Werke der achtziger Jahre an die 1970er Jahrgänge, während die Publikati- onen der neunziger Jahre an die jüngste Alterskohorte der dritten...

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