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Kriegs- und Nachkriegskindheiten

Studien zur literarischen Erinnerungskultur für junge Leser

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Edited By Gabriele von Glasenapp and Hans-Heino Ewers-Uhlmann

Die Beiträge dieses Bandes beschäftigen sich mit der Allgemein- wie der Kinder- und Jugendliteratur als einem zentralen Erinnerungsmedium an Kindheit und Jugend während des Zweiten Weltkriegs und der Nachkriegszeit. Fokussiert werden die teilweise traumatisierenden Erlebnisse: Zum einen aus unterschiedlichen nationalen Perspektiven, wobei der nationale Referenzrahmen neben deutschsprachigen auch europäische wie außereuropäische Perspektiven umfasst. Zum anderen werden die literarischen Kindheitsdarstellungen einzelner Länder unter dem Aspekt von Selbst- und Fremdwahrnehmung gesehen. Die einzelnen Aufsätze gehen zur Erinnerungskultur im Allgemeinen, behandeln einzelne Autoren und befassen sich mit der Tradierung von Texten, Aspekten nationaler Literaturpolitik sowie Fragen der literarischen Vermittlung.

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Krieg und Kriegserfahrungen als Korrektiv für männlich-jugendliche Heldenträume 231

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Harald Bache-Wiig (Oslo) Krieg und Kriegserfahrungen als Korrektiv für männlich-jugendliche Heldenträume I. Die im Herbst 2004 in Norwegen erschienene Biographie über den Schriftsteller Per Imerslund (Emberland/Rougthvedt 2004) ist in mehrerer Hinsicht ein No- vum. Hier wird nicht nur die geradezu abenteuerliche Lebensgeschichte eines Mannes geschildert, sondern dem Leser zugleich bislang eher unbekannte Ereig- nisse präsentiert. Per Imerslund (1908-1945), Sohn eines norwegischen Ge- schäftsmannes, verbrachte große Teile seiner Kindheit in Deutschland. Als jun- ger Mann war er Mitglied bei der SA, lebte dann einige Jahre in Mexiko unter Indianern, nahm nach seiner Rückkehr an einem geheimen Attentatsversuch ge- gen Leo Trotzki teil und kämpfte als Freiwilliger in Spanien auf Seiten der Fa- langisten. Auch im finnischen Winterkrieg war Imerslund, ein glühender Anhän- ger des Nationalsozialismus, unter den Freiwilligen, zunächst in der Ukraine, dann in den Karelen, wo er verwundet wurde. In seinen Augen war der damalige norwegische Ministerpräsident Vidkun Quisling ein Vaterlandsverräter. 1943 begann Imerslund Kontakte zur illegalen Heimatfront zu knüpfen und ent- wickelte einen Plan, der vorsah, Quisling zunächst zu entführen und dann zu li- quidieren. Imerslund war als Journalist, Schriftsteller und Ideologe tätig und führte ein Leben, aus dem Heldengeschichten entstehen, wie sie dann in den Abenteuerbü- chern und Comics dargestellt werden. Sein Leben bot von allem etwas: Schatz- suche in exotischen Ländern, edle Indianer, mutige Helden, atemlose Spannung, Kämpfe gegen das Böse, Gewaltorgien, Patriotismus und Treue...

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