Show Less

Kriegs- und Nachkriegskindheiten

Studien zur literarischen Erinnerungskultur für junge Leser

Series:

Edited By Gabriele von Glasenapp and Hans-Heino Ewers-Uhlmann

Die Beiträge dieses Bandes beschäftigen sich mit der Allgemein- wie der Kinder- und Jugendliteratur als einem zentralen Erinnerungsmedium an Kindheit und Jugend während des Zweiten Weltkriegs und der Nachkriegszeit. Fokussiert werden die teilweise traumatisierenden Erlebnisse: Zum einen aus unterschiedlichen nationalen Perspektiven, wobei der nationale Referenzrahmen neben deutschsprachigen auch europäische wie außereuropäische Perspektiven umfasst. Zum anderen werden die literarischen Kindheitsdarstellungen einzelner Länder unter dem Aspekt von Selbst- und Fremdwahrnehmung gesehen. Die einzelnen Aufsätze gehen zur Erinnerungskultur im Allgemeinen, behandeln einzelne Autoren und befassen sich mit der Tradierung von Texten, Aspekten nationaler Literaturpolitik sowie Fragen der literarischen Vermittlung.

Prices

Show Summary Details
Restricted access

Jorge Semprúns Jugenderinnerungen an Buchenwald in „Was für ein schöner Sonntag!“ 295

Extract

Manuel I. Montesinos Caperos (Salamanca) Jorge Semprúns Jugenderinnerungen an Buchenwald in Was für ein schöner Sonntag! Einführung Der am 1. Dezember 1923 in Madrid geborene Schriftsteller Jorge Semprún ist vielen deutschen Lesern sicherlich nicht zuletzt deshalb bekannt, weil er 1994 den Friedenspreis des Deutschen Buchhandels verliehen bekam. Vielleicht ist er aber auch deshalb bekannt, weil er fast anderthalb Jahre seines Lebens im Kon- zentrationslager Buchenwald verbracht hat, genauer gesagt vom Dezember 1943, kurz nach seiner Festnahme durch die Gestapo in Frankreich, bis zum 23. April 1945, wenige Tage nach der Befreiung Buchenwalds durch die Truppen der dritten amerikanischen Armee am 11. April. Jorge Semprún hat mehrere Werke über seine Zeit in Buchenwald verfasst und die Leser an seinen Erinnerungen teilhaben lassen. Man könnte auch sagen, dass das Lagerthema für viele seiner Bücher die Funktion eines Leitmotivs ein- nimmt. Semprún greift dabei häufig auf autobiographisches Material zurück, sein Leben und Werk sind eng miteinander verknüpft. In seinem autobiographi- schen Roman Was für ein schöner Sonntag! legt Semprún seine grundsätzlichen Überlegungen über die Konzentrationslager, den Nationalsozialismus, den Kom- munismus und auch den Stalinismus nieder. Weitere seine Lagererfahrung the- matisierende Werke sind Die große Reise, Der Tote mit meinem Namen, Schrei- ben oder Leben sowie ein nicht fertig gestelltes und unveröffentlichtes Drama mit dem Titel Die schönen Sonntage, das ebenfalls von den in Buchenwald ver- brachten Jahren handelt. In seinem Roman Was f...

You are not authenticated to view the full text of this chapter or article.

This site requires a subscription or purchase to access the full text of books or journals.

Do you have any questions? Contact us.

Or login to access all content.