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Die Integration ostdeutscher Flüchtlinge in der Bundesrepublik Deutschland durch Beruf und Qualifikation

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Joon-Young Hur

Diese Untersuchung hat die westdeutschen Integrationsbemühungen ostdeutscher Flüchtlinge durch Beruf und Qualifikation im Zeitraum vom Ende des Zweiten Weltkriegs bis zur deutschen Wiedervereinigung zum Gegenstand. Sie verfolgt dabei zwei Ziele: Zum einen sollen gesellschaftliche Integrationsbemühungen für ostdeutsche Flüchtlinge dynamisch aufgefasst werden. Dazu wird die Governance-Theorie herangezogen, d. h. der Kooperationsmechanismus zwischen Staat, Wirtschaft und Zivilgesellschaft wird untersucht, wobei die Einflüsse der politischen, wirtschaftlichen und sozialen Lage mit bedacht werden. Zum anderen werden die gewonnenen Untersuchungsergebnisse auf die Frage hin geprüft, inwieweit die deutschen Erfahrungen auf die Integrationsbemühungen Südkoreas für nordkoreanische Flüchtlinge übertragen werden können.

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4. Struktur und Kommunikation der Integrations-Governance 77

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77 4. Struktur und Kommunikation der Integrations- Governance in der BRD Wie in Kapitel 3 erwähnt, war es eine große Herausforderung gewesen, ostdeut- sche Zuwanderer erfolgreich einzugliedern. Aufgrund des Krieges mangelte es an Wohnungen, Lebensmitteln und Arbeit. So waren Behörden und Wohl- fahrtsverbände kaum in der Lage, den Bedürfnissen der Bevölkerung nachzu- kommen. Dennoch wurden mit der Zeit die Schritte zur Integration vollzogen. An den Integrationsmaßnahmen beteiligten sich viele verschiedene Akteure, sodass gesagt werden darf, dass die ganze Gesellschaft bei der Integration der Zuwanderer mithalf (vgl. Effner / Heidemeyer, 2005; Lüttinger, 1989). In die- sem Zusammenhang wird in diesem Kapitel der Versuch unternommen, die Be- teiligten gruppenweise einzuordnen und ihre Rollen und Funktionen festzuhal- ten. Da unter dem westdeutschen Kooperationswesen, genannt „Integrations- Governance“, drei Teilsektoren, und zwar Regierung, Wirtschaft und Zivilge- sellschaft stehen, werden im Folgenden die einzelnen Hauptakteure des jeweili- gen Sektors und ihre Verhältnisse in groben Zügen zusammengefasst. 4.1 Akteure und Rollen In diesem Abschnitt geht es um die Struktur der Integrations-Governance in der BRD zur Eingliederung der Zuwanderer aus der DDR. In erster Linie werden die Akteure, die an der Integrations-Governance teilgenommen haben, und ihre Rollen festgehalten. 4.1.1 Öffentlicher Sektor Mit dem öffentlichen Sektor sind die Bundesregierung, Länder und Gemeinden, Notaufnahmelager und Bundesanstalt für Arbeit gemeint. 4.1.1.1 Bundesregierung Der Bund erlässt die Gesetze als Grundlage zur Aufnahme, Versorgung und Unterbringung der Zuwanderer aus der DDR; wichtig waren z.B. das Lasten- ausgleichsgesetz (LAG 1952), das...

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