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Nonverbale Seelsorge im Kontext stationärer Pflege

Analysen, Beobachtungen und poimenische Postulate

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Olaf Krämer

Die Arbeit untersucht Lebensbedingungen und seelsorgerliche Herausforderungen in Altenpflegeheimen. Eine nähere Betrachtung stationärer Einrichtungen lässt das verbale Verstummen Pflegebedürftiger als ein zentrales Merkmal dieser Lebenswelt hervortreten. Das Nonverbale gewinnt im stationären Kontext somit an Bedeutung. Die Seelsorge wird genötigt, sich körpersprachlicher Ausdrucksformen zu bedienen. Dies wirft die Frage auf, wie eigentlich Seelsorgende in der Praxis nonverbal kommunizieren. Im Rahmen einer Multiple-Case-Fallstudie werden gefilmte Besuche von Seelsorgerinnen und Seelsorgern in Heimen unterschiedlicher Trägerschaft ausgewertet mit dem Ziel der Generierung einer gegenstandsbezogenen, praxistauglichen poimenischen Theorie.

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Teil IV. Ausblick 377

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377 Teil IV. Ausblick A. Die Untersuchungsergebnisse in ihrer Bedeutung für andere Seelsorgefelder Die Auswertung des empirischen Materials führte zu einer idealtypischen Skizzierung von Seelsorgekonzepten, die sich im Kontext stationärer Pflege anbieten und je ihre Stärken haben. Wenngleich die beschriebenen poimeni- schen Konstrukte aufgrund ihres dargelegten Kontextbezuges in erster Linie ein Modell für den Dienst in Altenpflegeeinrichtungen sind, lassen sie sich nach ihren Potenzialen für andere Seelsorgefelder befragen. Die Kennzeichen der drei umrissenen Seelsorgetypen sollen deshalb noch einmal pointiert zusammengefasst und in Beziehung gesetzt werden zu speziel- len kirchlichen Seelsorgebereichen, die für eine Berücksichtigung der vorlie- genden Untersuchungsergebnisse am ehesten infrage kommen. Der verkündigende Seelsorgetyp zeichnet sich durch drei Merkmale aus: 1. Er setzt auf Impulsgebung, 2. er zielt auf das Affektive, 3. er intendiert eine Ein- drucksbildung. Kurze, das Emotionale und Unterbewusste ansprechende Signa- le, werden zu einem Gesamtausdruck komponiert, der Impressionen auslösen und sogleich eine „Evidenz“ des Kommunizierten bewirken sollen. Dieser seelsorgerliche Ansatz stellt einen dem Kontext des Pflegeheims und der Bedürfnislage Gepflegter angepassten Versuch dar, nonverbal theologisch Bedeutsames zu kommunizieren. Es wird Rücksicht genommen auf die Konsti- tution Pflegebedürftiger: Kognitive und körperliche Schwäche der Besuchten führen zu Kürze und Prägnanz der Interaktion, die zugleich mit Bedeutungspo- tenzierungen des Nonverbalen einhergeht. Das Wissen um den spezifischen Ort des seelsorgerlichen Geschehens mit seinen eigentümlichen Reaktionsbildungen und Einflüssen begünstigt zudem die Neigung, dem nonverbalen Ausdruck erhöhte Bedeutung beizumessen....

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