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Wahlkampf

Eine linguistische Analyse strategischer Kommunikation

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Arne Roock

Seit mehreren Jahrzehnten beschäftigt das Thema Wahlkampfkommunikation Sprach- und Sozialwissenschaftler gleichermaßen. Dabei ist eine Fülle theoretischer Herangehensweisen und Analyseverfahren entwickelt worden, die, kaum vergleichbar, häufig unverbunden nebeneinander stehen und sich daher nur schwer integrieren lassen. Der Autor entwickelt in seinem Buch einen umfassenden, interdisziplinären Analyserahmen für Wahlkampfkommunikation, der auf dem Konzept der strategischen Kommunikation aufbaut. Die verschiedenen Analysekategorien werden anhand des Bundestagswahlkampfes 2005 illustriert.

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3. Der Strategiebegriff als theoretisches Rahmenkonzept 33

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33 3. Der Strategiebegriff als theoretisches Rahmenkonzept 3.1. Strategie und strategische Kommunikation Um den in Abschnitt 1.3 skizzierten Analyserahmen zu erstellen, ist ein überge- ordnetes Konzept nötig, das abstrakt genug ist, um den Besonderheiten unter- schiedlicher Kommunikationssorten gerecht zu werden, ohne sich dabei so weit von der Empirie zu entfernen, dass konkrete Text- und Gesprächsanalysen un- möglich würden. Solch ein Konzept ermöglicht der Begriff der Strategie. Die Grundannahme lautet dabei, dass es sich bei Wahlkampfkommunikation – wie bei politischer Kommunikation allgemein – um strategische Kommunikation handelt und dass diese Kommunikation maßgeblich durch Strategien gesteuert wird. Wie eine ganze Reihe von Buch- und Aufsatztiteln belegt, spielen die Be- griffe Strategie und strategische Kommunikation zwar schon seit Längerem eine große Rolle in verschiedenen text- und gesprächslinguistischen Arbeiten45, aber in keiner dieser Arbeiten wird exakt definiert, was unter einer Strategie genau zu verstehen ist. Und im Gegensatz zur Forschung zu Interims- und Lerner- sprachen, wo der Strategiebegriff seit Langem eine zentrale Rolle spielt46, wurde er in der Text- und Gesprächsanalyse bisher noch gar nicht als theoretischer Ausgangspunkt verwendet. Strategien lassen sich verstehen als spezifische „Ziel-Mittel-Relation[en]“47, d. h. der strategisch Handelnde entscheidet sich bei vorgegebenen Zielen für die Auswahl und Anordnung derjeniger Mittel, die ihm zur Verfügung stehen und mit denen er seine Ziele am besten zu erreichen meint.48 Weil es sich bei Strate- gien um Verknüpfungen von Zielen und Mitteln handelt, können sie stets in der Form „die Mittel...

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