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Wahlkampf

Eine linguistische Analyse strategischer Kommunikation

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Arne Roock

Seit mehreren Jahrzehnten beschäftigt das Thema Wahlkampfkommunikation Sprach- und Sozialwissenschaftler gleichermaßen. Dabei ist eine Fülle theoretischer Herangehensweisen und Analyseverfahren entwickelt worden, die, kaum vergleichbar, häufig unverbunden nebeneinander stehen und sich daher nur schwer integrieren lassen. Der Autor entwickelt in seinem Buch einen umfassenden, interdisziplinären Analyserahmen für Wahlkampfkommunikation, der auf dem Konzept der strategischen Kommunikation aufbaut. Die verschiedenen Analysekategorien werden anhand des Bundestagswahlkampfes 2005 illustriert.

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4. Der Analyserahmen im Einzelnen 51

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51 4. Der Analyserahmen im Einzelnen Nachdem geklärt wurde, warum gerade der Strategiebegriff einen geeigneten Ausgangspunkt für die Erstellung des angestrebten Analyserahmens abgibt, wel- che Strategiekomponenten im Einzelnen anzunehmen sind und wie diese sich zueinander verhalten, soll dieser strategiebasierte Analyserahmen in den folgen- den Abschnitten konkreter für die Analyse politischer Kommunikation – insbe- sondere Wahlkampfkommunikation – ausgestaltet werden. In Abschnitt 3.2 wurde dargelegt, dass die drei Strategiekomponenten sich sowohl bei der Kon- zeption als auch bei der Implementierung von Strategien gegenseitig beeinflus- sen. Deshalb müssen im Analyserahmen alle drei Komponenten gleichermaßen systematisch berücksichtigt werden, obwohl nur die (sprachlichen) Mittel in das genuine Forschungsgebiet der Linguistik gehören. 4.1. Strategiekomponente 1: Ziele Abb. 10: Ziele als Strategiekomponente Stellt man sich die Frage, welche Ziele im Wahlkampf – oder ganz generell: innerhalb einer Strategie – verfolgt werden, stößt man schnell auf das Problem der individuellen und geheimen Intentionen. Wenn beispielsweise eintausend Personen an der Wahlkampagne einer Partei beteiligt sind, ist es prinzipiell möglich, dass jeder von ihnen einer individuellen, möglicherweise gar geheimen 52 Intention nachgeht. Individuelle und geheime Intentionen sind jedoch mit lingu- istischen Methoden nicht ermittelbar und somit eher ein Untersuchungsgegen- stand der Individualpsychologie als der Sprachwissenschaft. Betrachtet werden können deshalb nur Ziele, die innerhalb von Kommunikationsstrategien allge- mein gültig sind, womit nicht geleugnet werden soll, dass auf einer tiefer liegen- den Ebene auch individuelle Intentionen existieren. Komplexes strategisches Handeln kann jedoch nur erfolgreich sein, wenn die allgemeinen Ziele nicht vollständig von den...

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