Show Less

Ein neues Zuhause?

Eine ethnographische Studie in einem Altenpflegeheim

Series:

Wolfgang Hahn

Kann ein Altenpflegeheim ein neues Zuhause werden? Dieser Frage geht diese Mikrostudie, eine empirische Ethnographie der eigenen Kultur, über mehrere Jahre nach. Gegensätzliche Kriterien, die kaum miteinander vereinbar sind, treffen zusammen: Der caritative Gedanke, den alten Menschen zu helfen und die Verletzung ihrer Persönlichkeitsrechte durch die Ökonomisierung des Hilfs- und Pflegemarktes. Der Autor fungiert in einer Doppelrolle. Er ist als Sozialarbeiter vor Ort tätig und betreut die alten Menschen in sozialen und kulturellen Fragen. Als Ethnologe beschreibt er das Leben im Heim aus der Sicht der Personen, die dort wohnen und arbeiten. Neben diesem Blickwinkel reflektiert er sein persönliches Handeln und betrachtet zusätzlich das Geschehen im Haus aus einer distanzierten Forscherperspektive.

Prices

Show Summary Details
Restricted access

I Theoretische Herangehensweise 15

Extract

15 I Theoretische Herangehensweise 1 Ethnogerontologie Der Terminus Ethnogerontologie beinhaltet die zwei Begriffe Ethnologie und Gerontologie, die ich in den nächsten Kapiteln erläutern werde. Bei der Defi- nition von Ethnogerontologie beziehe ich mich auf Seeberger, der 1998 die Studie „Altern in der Migration – Gastarbeiterleben ohne Rückkehr“ erstellt hat. Dabei bezieht sich Seeberger auf ältere Migranten. Meiner Meinung nach ist die Begrenzung auf diesen Personenkreis zu eingeschränkt. Sie sollte erweitert werden auf die Gegenüberstellung von Kulturen auf der Grundlage der beiden Begriffe „Altern“ und „Alter“, die Seeberger ebenfalls anführt, aber nur margi- nal ausführt. Dabei geht es einerseits um die Veränderungen im Lebenslauf, um das Altwerden, und andererseits um die eigenen Altersbilder, das heißt, wie das eigene Alter gestaltet werden könnte. Weitere Aspekte finden Beachtung: Wie wird in späteren Jahren mit den Alten umgegangen, welchen Stellenwert hat der Tod? Im Alter findet eine Rückbesinnung auf das eigene Leben statt. Die eigene Kultur prägt den persönlichen Lebenslauf, gleichzeitig gibt sie Orientierung (Seeberger 1998: 81–94). 1.1 Ethnologie Um beschreiben zu können, muss der Ethnologe wissen, was er beobachten will. Der an sich sehr weite Begriff Kultur gibt der Beobachtung eine erste Richtung, denn sie bildet ein „wesentliches Ausdrucksmittel der Identität“. „Sie kann einer Gruppe ja niemals nur äußerlich sein, im Sinne eines gleichsam austauschba- ren Requisiten- und Handlungsinstrumentariums. Die Menschen pflegen sich vielmehr mit ihr, ja mit jedem ihrer Einzelelemente zu identifizieren und sie als...

You are not authenticated to view the full text of this chapter or article.

This site requires a subscription or purchase to access the full text of books or journals.

Do you have any questions? Contact us.

Or login to access all content.