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Nelson Mandela

Political Leadership im südafrikanischen Transformationsprozess

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Georg Bacher

Die Lehren, die aus den Erfahrungen des größtenteils friedlichen Übergangs zur Demokratie in Südafrika gezogen werden können, sind zweifellos für alle anderen Staaten auf der Welt interessant, die sich in einem ähnlichen politischen Prozess befinden. Die Bedeutung, die Political Leader in Gesellschaften haben, die sich in einer politischen Übergangsphase oder in einem Friedensprozess befinden, ist ein offensichtliches aber wenig diskutiertes Phänomen. Alle Experten und politischen Beobachter sind sich darüber einig, dass die Person Nelson Rolihlahla Mandela eine ganz herausragende Rolle im südafrikanischen Übergangsprozess gespielt hat. In dieser Arbeit wird versucht, einige wesentliche Aspekte der Persönlichkeit dieses Politikers darzustellen und seine Vorstöße und Initiativen im politischen Übergangsprozess Südafrikas herauszuarbeiten.

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1. Theoretische Ansätze in der Political Leadership-Forschung 19

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19 1. Theoretische Ansätze in der Political Leadership-Forschung 1.1. Political Leadership als Forschungsgegenstand Studien über die Ausübung von Macht und Herrschaft gehören zu den ältesten der Poli- tikwissenschaft. Es ist daher umso überraschender, dass das Wissen und Verständnis um Political Leadership heute immer noch sehr begrenzt ist. Für den US-amerikanischen Soziologen und Leadership-Forscher James Mc Gregor Burns ist Political Leadership "[…] one of the most observed and least unterstood phenomena on earth“ (Burns 1978, 2). Vielleicht hängt die mangelnde Auseinandersetzung mit dem Phänomen Political Lea- dership damit zusammen, dass es sich hier um einen in der Politikwissenschaft nur unge- nügend definierten Begriff handelt und sich in Zusammenhang mit Political Leadership komplexe Fragestellungen ergeben, die in die Bereiche anderer Disziplinen wie etwa in die Psychologie und Soziologie hineinreichen. So wurde die Berücksichtigung sowohl von individuellen als auch von gesellschaftli- chen Prozessen und deren Zusammenspiel zur Erklärung politischer Phänomene in der Sozialwissenschaft oft vernachlässigt. Der US-amerikanische Politikwissenschafter Glenn Paige meint, dass es vor allem die weit verbreitete deterministische Sichtweise von Politik war, weshalb der Bedeutung von Individuen in politischen Prozessen lange Zeit wenig Beachtung geschenkt wurde. Unter dem Einfluss von Darwins evolutionären, Freuds psy- chologischen und Marxs ökonomischen Determinismus, schien Politik wie "[…] a pygmy held aloft in the grip of a massive determinist giant“ (Paige 1977, 39). Wo der Determi- nismus sozusagen die Leader regiert, können nicht die Leader selbst regieren. Theoretische Auseinandersetzungen mit politischer Führung gehen eigentlich...

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