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Das deuteronomistische Geschichtswerk

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Edited By Hermann-Josef Stipp

Martin Noths These vom «Deuteronomistischen Geschichtswerk» (DtrG) gehörte zu den erfolgreichsten Theorien der historisch-kritischen Bibelwissenschaft des 20. Jahrhunderts. Gleichwohl werden seine Annahmen neuerdings zunehmend bezweifelt. Die «Arbeitsgemeinschaft der deutschsprachigen katholischen Alttestamentlerinnen und Alttestamentler» (AGAT) hat diese Tatsache zum Anlass genommen, auf ihrer Jahrestagung 2009 in Salzburg die aktuelle Debatte zu sichten, das Recht der Hypothese zu prüfen und nach nötigen Modifikationen oder Alternativen zu fragen. Dieser Band enthält die Aufsätze, die aus den auf der Konferenz vorgetragenen Referaten hervorgegangen sind.

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Hermann-Josef Stipp - Ende bei Joschija. Zur Frage nach dem ursprünglichen Ende der Königsbücherbzw. des deuteronomistischen Geschichtswerks 225

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Ende bei Joschija Zur Frage nach dem ursprünglichen Ende der Königsbücher bzw. des deuteronomistischen Geschichtswerks Hermann-Josef Stipp, München / Stellenbosch1 1. Zum Stand der Frage Die Debatte um das ursprüngliche Ende der Königsbücher bzw. des durch sie abgeschlossenen Literaturwerks2 reicht bis in die Pionierjahre der historisch- kritischen Forschung am AT zurück. Laut dem rezenten historischen Überblick von Felipe Blanco Wißmann3 glaubte erstmals Heinrich Ewald 1843 in den Bü- chern Sam – Kön eine älteste Redaktion zu finden, die er aus der Zeit Joschijas herleitete, weswegen es eine kürzere Vorstufe dieses Komplexes gegeben haben musste.4 Dann waren es Abraham Kuenen5 und Julius Wellhausen,6 die die Abfassung der Königsbücher in die ausgehende vorexilische Epoche datierten, während sie die vorfindliche Reichweite bis zur Statuserhöhung Jojachins im ba- bylonischen Exil 2 Kön 25,27-30 späterer Expansion zuschrieben. Und während Kuenen die Königsbücher in der zweiten Auflage seines Werkes erstmals auf zwei deuteronomistische Redaktionen zurückführte,7 verband Wellhausen die Originalausgabe von Kön ursächlich mit der joschijanischen Reform. In der Dis- kussion wird seither ein relativ konstanter Satz von Argumenten angeführt bzw. als ungültig abgewehrt, um den vorexilischen Ursprung des ehemals mit 2 Kön endenden Werks entweder zu begründen oder zu bestreiten: 1 Die vorliegende Studie wurde 2009 während eines Forschungsaufenthalts am Departe- ment Antieke Studie und der Fakulteit Teologie der Universität Stellenbosch (Südafrika)...

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