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Texte i. d. Enge

Sprachökonomische Reduktion in stark raumbegrenzten Textsorten

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Torsten Siever

Sprachökonomie wird viel Potenzial zugeschrieben: Sprachwandel herbeizuführen, für neue computerspezifische Varietäten verantwortlich zu sein und sogar den Gebrauch von Anglizismen zu fördern. In diesem Band werden nach einem theoretischen Blick auf Sprachökonomie in Morphologie, Lexik und Graphie sechs stark raumbegrenzte Kommunikationsformen empirisch untersucht: Newsticker, SMS-Mitteilungen, Kleinanzeigen, Fahrgastfernsehen, Alpenpanorama und Kassenbons. Im Zentrum steht dabei die Frage, auf welche Weise (Abkürzung, Kurzwort etc.) und mit welchem Erfolg (Reduktionsgrad) Produzenten ihre Texte komprimieren. Enthalten sind eine diachrone Perspektive (Kleinanzeigen) und ein statistischer Blick auf Anglizismen als reduktives Mittel.

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4 Empirischer Teil 165

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4 Empirischer Teil In diesem Kapitel wird es darum gehen, eine Auswahl der dargestellten Merk- male sprachlicher Ökonomie in verschiedenen Kommunikationsformen zu be- legen und im Anschluss zu bewerten. Präziser formuliert wird die folgende Frage verfolgt: Welche Mittel sprachlicher Ökonomie werden für einen nicht fachsprachlichen textbasierten Bereich und außerhalb von Kleingruppen ein- gesetzt, um bei geringem Textraum die gewünschten Informationen bestmög- lich zu vermitteln, welche Unterschiede gibt es hinsichtlich einzelner Kommu- nikationsformen, und welche Begründungszusammenhänge liegen vor? Da diese Frage nur empirisch gelöst werden kann, wird sie zunächst an vier massenmedialen Korpora überprüft (Tourismus-TV, Fahrgast-TV, Nachrich- tenticker und Kleinanzeigen). Diese werden dann einem individualkommuni- kativen Korpus (SMS-Kommunikation) gegenübergestellt, das als prototypisch für ökonomische Kommunikation beschrieben wird (vgl. Androutsopoulos / Schmidt 2001, Döring 2002, Schlobinski et al. 2001 u. a.). Darüber hinaus wird ein weiteres Korpus herangezogen (Bons), um einen Fokus auf Abkür- zungen zu legen resp. sehr starke lexikalische Reduktion aufgrund von äu- ßeren Rahmenbedingungen zu untersuchen. Dies erscheint insbesondere vor dem Hintergrund der zugeschriebenen Eigenschaften des ›Kontrollkorpus‹ SMS interessant, da es zeigen wird, dass SMS-Mitteilungen keineswegs weder eine der stärksten Reduktionen noch alle Typen von Reduktion durchgängig hoch (v. a. Kurzwörter) aufweisen (vgl. hierzu auch Kapitel 2.3.1). Für die Ein- ordnung der Ergebnisse und deren Diskussion wird eine kleine Sammlung an Tageszeitungsartikeln herangezogen. Im ersten Teil des Kapitels (4.1) werden die Korpora kurz vorgestellt, bevor sie im zweiten Teil (4.2)...

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