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Texte i. d. Enge

Sprachökonomische Reduktion in stark raumbegrenzten Textsorten

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Torsten Siever

Sprachökonomie wird viel Potenzial zugeschrieben: Sprachwandel herbeizuführen, für neue computerspezifische Varietäten verantwortlich zu sein und sogar den Gebrauch von Anglizismen zu fördern. In diesem Band werden nach einem theoretischen Blick auf Sprachökonomie in Morphologie, Lexik und Graphie sechs stark raumbegrenzte Kommunikationsformen empirisch untersucht: Newsticker, SMS-Mitteilungen, Kleinanzeigen, Fahrgastfernsehen, Alpenpanorama und Kassenbons. Im Zentrum steht dabei die Frage, auf welche Weise (Abkürzung, Kurzwort etc.) und mit welchem Erfolg (Reduktionsgrad) Produzenten ihre Texte komprimieren. Enthalten sind eine diachrone Perspektive (Kleinanzeigen) und ein statistischer Blick auf Anglizismen als reduktives Mittel.

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5 Fazit und Ausblick 379

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5 Fazit und Ausblick Sprachökonomie wird als Oberbegriff für sprachliche Optimierung verwen- det, welche den Versuch darstellt, Sprache positiv zu verändern. Maßgeblich sind die Variablen Aufwand und Ergebnis, die mit den Begriffen effektiv und effizient bewertet werden können. Eine effektive Kommunikation stellt eine gelungene Kommunikation in dem Sinne dar, dass das gewünschte Ergebnis (bei einem beliebigen Aufwand) erreicht worden ist. Effizienz liegt hingegen vor, wenn darüber hinaus der maximal gewünschte Aufwand vorgegeben und eingehalten ist, was etwa auf SMS-Mitteilungen mit höchstens 160 Zeichen zutrifft. In der Regel stellt entweder der Aufwand oder das Ergebnis die unabhän- gige Variable und das jeweils Andere die abhängige Variable dar. Anders for- muliert wird beispielsweise ein Kommunikationsziel definiert, das mit so we- nig sprachlichem Aufwand wie möglich erreicht werden soll. Es wurde jedoch auch die Position vertreten, dass das ›Minimax‹-Prinzip, das ein maximales Ergebnis bei minimalem Aufwand postuliert, nicht ausgeschlossen werden kann. Die hier untersuchten Korpora zeichnen sich jedoch durch einen klar definierten, sehr geringen Textraum aus, d. h. einen kommunikationsformspe- zifisch konstanten, geringen maximalen Aufwand, der für das Ziel (Verkaufen, Informieren etc.) zur Verfügung steht. In der bisherigen Forschungstradit ion zur Sprachökonomie lag der Fokus vor allem auf globalen Betrachtungen wie Sprachkritik und Sprachwandel, der durch sprachökonomische Faktoren beeinflusst ist (Koenraads 1953, Jespersen 1941, Horn 1923, bedingt Coulmas 1992 etc.). Themenspezifische (sprachsta- tistisch: Zipf 1965; fachsprachlich: Roelcke 2002a, 2002b; Phonologie betref- fend: Martinet 1981; Abkürzungen:...

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