Show Less

Gerechtigkeit und Frieden als Prinzipien der globalen Ordnung

Plädoyer für ein anderes Weltsystem

Volker Bialas

In diesem Buch werden die Hintergründe großer Kriege untersucht sowie Perspektiven für eine globale Friedensordnung aufgezeigt. Ein historischer Exkurs erinnert daran, dass am Beginn der Neuzeit ein Krieg Mitteleuropa verwüstete, während zugleich wichtige kriegsrechtliche und friedenspolitische Prinzipien begründet wurden. In dem Dilemma von Wissenschaft und Krieg wurde im 20. Jahrhundert die atomare Bedrohung als ein ungelöstes Problem der Menschheit erfahren. Seither ist die militärische Hochrüstung nicht von ökonomischen und strategischen Interessen zu trennen. Ebenso zeigt die Erfahrung, dass Gewalt der Gewalt nicht zum Frieden führt. Erst die Konzeption einer Kultur des Friedens mit dem Prinzip von Gerechtigkeit als Maß des Friedens bildet das positive Gegenmodell zur Politik von Krieg und Vergeltung.

Prices

Show Summary Details
Restricted access

III. PERSPEKTIVEN EINER GLOBALEN FRIEDENSORDNUNG

Extract

Einführung: Neue Weltordnung und globale Friedensordnung Seit dem Umbruch des Geschichtsprozesses um 1990 hat die Weltgeschich- te einen anderen Verlauf genommen. Aber entgegen anfänglicher Hoffnun- gen zeichnet sich auch zwanzig Jahre nach dem Ende jahrzehntelanger Blockkonfrontation keine Lösung der großen Menschheitsprobleme, der globalen Probleme ab, also der ungelösten Aufgaben im Weltmaßstab wie Umweltprobleme, Überbevölkerung, Armut und militärische Überrüstung. Vor allem die drohende Gefahr der militärischen Zerstörung unseres Plane- ten mittels Massenvernichtungsmittel ist trotz neuer Bemühungen von sei- ten der USA und Russlands, die atomare Überrüstung zu reduzieren, kaum geringer geworden und keineswegs gebannt. Weder ist in den militärischen Strategien die Option des Ersteinsatzes nuklearer Waffensystem wirklich aufgegeben, noch ist ein allseitiger, d.h. alle Staaten betreffender, und umfassender, d.h. alle Waffengattungen um- schließender, Abrüstungsprozess eingeleitet worden. Die Hemmschwelle zur Kriegsbereitschaft ist deutlich niedriger geworden, und regional be- grenzte Kriege – wie der Überfall der USA und einiger ihrer Verbündeten auf den Irak sowie der NATO-Krieg gegen Afghanistan – werden wieder für führbar und gewinnbar gehalten. Das System der globalen Probleme lässt sich für Lösungsalternativen nicht aufbrechen, und kein Problem kann ernsthaft einer Lösung zugeführt werden, solange die Militarisierung der Politik die ökonomische Vorherr- schaft der reichen Industriestaaten weiter absichern soll. Die auf wirtschaft- liches Wachstum ausgerichtete Entwicklung der Produktivkräfte muss das Naturverhältnis des Menschen weiter deformieren. Eine Degradierung der Natur im Dienst privatwirtschaftlicher Interessen, die noch von...

You are not authenticated to view the full text of this chapter or article.

This site requires a subscription or purchase to access the full text of books or journals.

Do you have any questions? Contact us.

Or login to access all content.