Show Less

Kehillah Kedoschah – Spurensuche

Geschichte der jüdischen Gemeinde in Friedberg- Auf den Spuren der Friedberger Juden von den Anfängen bis zur Gegenwart

Edited By Hans-Helmut Hoos

Nur der historisch aufmerksame Betrachter findet heute noch Spuren jüdischen Lebens in Friedberg in der Wetterau (heute: Hessen). Nach der Zerstörung der Synagoge am 10. November 1938 und der Deportation der letzten jüdischen Gemeindemitglieder am 15. September 1942 in die Gettos und Vernichtungslager ist kaum etwas von der 750 Jahre dauernden Geschichte der Juden in Friedberg erhalten geblieben. Detailreich und durch viele Zeitdokumente anschaulich aufbereitet, wird in diesem Buch rekonstruiert, wie sich jüdisches Leben durch die Jahrhunderte hinweg entwickelt hat, welchen Gefahren es ausgesetzt war, und wie es im 20. Jahrhundert schließlich vernichtet worden ist. Exemplarisch werden die Schicksale dieser Menschen beschrieben und die «Geschichten hinter der Geschichte» nachgezeichnet.

Prices

Show Summary Details
Restricted access

4 Die Friedberger Juden zwischen Tradition und Moderne 117

Extract

117 4 Die Friedberger Juden zwischen Tradition und Moderne 4.1 F.R.C.D. Schazmann „Patriotische Gedanken über den Zustand der Juden überhaupt vorzüglich der Judenschaft in der Reichsstadt Fried- berg“ Burg-Friedberg 1788 Im Jahr 1788 waren in Friedb erg 468 Juden;1 dem gegenüber gab es 2179 Nichtjuden in der Burg, der Stadt und in den Vorstädten; also ware n mehr als 25% der Bewohn er in der Stadt Juden. Im glei chen Jahr erschi en F.R.C. D. Schazmanns Drucksch ri ft „Patr iot ische Gedanken über den Zustand der Juden überhaupt vorz üglich der Judenschaft in der Reichsstadt Friedberg“ (Abb. 45). Sie befasste sich mit der Lage der Juden und der Notwen digkeit zur Verbesserung ihre r Situat ion. Bezeichne nderwe ise wurde es in der Burg und nicht in der Stadt gedruckt. In keiner der überli eferten Chroni ken jener Zeit wurde das Buch erwähn t. Schazmann, geboren am 15. Juli 1767 in der Burg Friedberg, war Spross einer hiesige n Beamten- und Gelehrtenfamili e; erzogen wurde er 1779–1783 zusammen mit dem Sohn des Burggraf en Walbott v. Bassenheim; er studierte Jura, Phi lologie und Kameral istik an der Univer sität in Gießen und verbrach- te nach mehreren Reisen einen halbjähri gen Studienau fenthalt am Reic hskam- merg eri cht in Wetzl ar. Von 1790–1802 war er in der Burg Fried berg als Regis- trator und Archi var tätig . 1802 quitt ierte er den Dienst und wur de auf Emp-...

You are not authenticated to view the full text of this chapter or article.

This site requires a subscription or purchase to access the full text of books or journals.

Do you have any questions? Contact us.

Or login to access all content.