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Social Media

Theorie und Praxis digitaler Sozialität

Series:

Mario Anastasiadis and Caja Thimm

Social Media-Applikationen sind eine zentrale Triebfeder von Online-Kommunikation. Sie organisieren und stützen soziale Kontakte, ermöglichen Arbeits-, Freundschafts- und Intimbeziehungen, versorgen Nutzerinnen und Nutzer mit Informationen aus allen Lebens-, Gesellschafts- und Politikbereichen, unterstützen Bürgerbewegungen, eröffnen neue Absatz- und Werbekanäle für Unternehmen und reorganisieren Wissen. In Social Communities, Blogs, Microblogging-Diensten, Video- und Musik-Plattformen etc., finden mediatisierte Formen sozialer Kommunikation einen ausdifferenzierten Ermöglichungsraum ineinander verschränkter Applikationen und Nutzungspraxen. Um sich der Relevanz von Social Media anzunähern, beleuchtet dieser Sammelband mit der Auffächerung in Theorieperspektiven, Social Media und Institution und Social Media und Nutzungskulturen drei Hauptschwerpunkte aktueller Social Media-Forschung.

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III. Social Media und Nutzungskulturen

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Podcasting – das neue „Privatradio“? Esther Dorn-Fellermann/Alexander Thieme Einleitung Mit Zuwachsraten von bis zu 15% monatlich (Jacobsen 2007: 1) löste Podcas- ting in den Jahren 2004-2007 einen regelrechten Boom aus. Aber Mocigemba fragte schon 2006 (S. 26), ob Podcasting „sich als ein kurzes digitales Strohfeuer entpuppt, ob es in einem anderen Phänomen, einer anderen Technologie aufge- hen wird oder ob es sich als eigenständiges Phänomen und somit Forschungsob- jekt halten wird.“ Podcasting war mit einem großen, einem doppelten Verspre- chen gestartet. Neben der Unabhängigkeit von den Vorgaben der Rundfunkan- stalten durch eine Zusammenstellung eines eigenen Radioprogramms sollte mit Podcasting jeder in die Lage versetzt werden, selber zu senden und so das „Dik- tat der Rundfunkanstalten und Musikindustrie“ (van Aaken 2005: 9) umgangen werden. Der folgende Beitrag beschäftigt sich mit diesem von den Autoren die- ses Artikels als ‚doppelte Ermächtigung’ bezeichneten Phänomen. Er geht der Frage nach, ob das Versprechen einer Umgestaltung des klassischen Radiodis- positivs mit einem institutionellen Sender auf der einen und einer Masse von passiven Empfängern auf der anderen Seite im Brechtschen Sinne von einem Distributions- zu einem Kommunikationsapparat in Deutschland eingelöst wer- den, und ob Podcasting überhaupt die richtige Technologie für diese Umgestal- tung sein konnte. Dafür soll der bisher vor allem aus technischer Sicht definierte Begriff ‚Podcasting’ um eine Definition aus Nutzersicht erweitert werden. Es wird eine Kategorisierung in ‚private’ und ‚institutionelle’ Podcasts vorgenom- men und die These vertreten, dass ‚private Podcasts’ sich nur...

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