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«Welten» – Zur Welt als Phänomen

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Edited By Günther Pöltner and Martin Wiesbauer

Die Debatten um Globalisierung, um die Einheit der Welt in der Vielfalt der Kulturen und die damit zusammenhängenden Konflikte belegen die Aktualität des Themas «Welt». Die Phänomenologie kann für sich in Anspruch nehmen, dieses Thema auf bis heute richtungsweisende Art in Angriff genommen zu haben. «Welt» wird dabei nicht als ein Gegenstand unserer Bezugnahme, sondern als der Horizont aller Horizonte, der in jeder Bezugnahme auf einen Gegenstand bereits «vorausgesetzt» ist, in je verschiedener Weise gedacht. Husserl, Heidegger, Scheler, Merleau-Ponty, Luhmann, Schapp, Levinas, Fink etc.; sie alle widmen sich auf je eigene, genuin phänomenologische Weise der Welt. Ihre Auseinandersetzung mit diesem Thema wird in den in diesem Band versammelten Beiträgen durchleuchtet und hinterfragt, ja im besten Fall in eigenständiger Weise fortgeführt und weitergedacht.

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Vorwort

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Die Beiträge dieses Bandes gruppieren sich um das Weltproblem — ein zentrales Thema der Phänomenologie von Anfang an, freilich nicht nur der Phänomeno- logie, wie die Debatten um die Globalisierung, die Einheit der Welt in der Viel- falt der Kulturen und die damit zusammenhängenden Konflikte zeigen. Die Phänomenologie kann jedoch für sich in Anspruch nehmen, das Thema „Welt" in einer Weise in Angriff genommen zu haben, die bis heute richtungsweisend ist. Bevor sich die Phänomenologie des Problems annahm, wurde die Welt als das All des Seienden bzw. als Inbegriff alles Geschaffenen bedacht. Es war Hus- serl, der im Zuge der Frage nach dem Gegebensein des Seienden, auf den Hori- zontcharakter der Welt aufmerksam machte. Seiendes ist immer im Kontext ei- nes Dinghintergrunds, in einem Erfahrungshorizont gegeben. Der Horizont aller Horizonte ist die Welt als der universale „Glaubensboden", auf dem sich alles Verhalten zu Seiendem abspielt. Die Welt als universaler Glaubensboden ist kein intentionaler Gegenstand, der sich neben anderen Gegenständen auch noch findet, sondern jener Raum, Gesamthorizont, in dem alles Gegebene zur Gege- benheit kommt. Welt ist der Horizont aller wirklichen und möglichen erfahrba- ren Dinge. Heidegger insistiert auf dem Unterschied von Welt und Innerweltli- chem: „Weder die ontische Abschilderung des innerweltlichen Seienden, noch die ontologische Interpretation des Seins dieses Seienden treffen als solche auf das Phänomen ,Welt'. In beiden Zugangsarten zum ,objektiven Sein' ist schon und zwar in verschiedener Weise ,Welt' ‚vorausgesetzt' (GA 2, 86)1. Welt ist weder die Summe...

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