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«Subjects of Aspiration»

Untersuchung von diskursiven Prozessen neoliberaler Regierung in einer postfeministischen Frauenzeitschrift

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Kati Kauppinen

Neoliberalismus ist zweifellos eines der einflussreichsten gesellschaftspolitischen Phänomene unserer Zeit. In Anlehnung an Michel Foucault betrachtet die Studie ihn als eine Rationalität der Menschenführung bzw. der Regierung, die ultimativ auf die Ökonomisierung des Sozialen zielt. Diesen Ansatz kombiniert die Studie mit linguistisch orientierter Diskursforschung, um diskursive Prozesse neoliberaler Regierung im Kontext der gegenwärtigen postfeministischen Medienkultur am Beispiel der deutschen Ausgabe der Frauenzeitschrift Cosmopolitan zu untersuchen. Die Ergebnisse dieser facettenreichen Analyse deuten auf eine weitaus wichtigere politische Bedeutung des Mediums Frauenzeitschrift hin, als ihm die bisherige, weitgehend auf geschlechts- und konsumideologische Aspekte fokussierte Forschung beigemessen hat.

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4 Ein Netzwerk von Kontexten – eine Betrachtung aus zwei Perspektiven 77

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77 4 Ein Netzwerk von Kontexten – eine Betrachtung aus zwei Perspektiven 4.1 Neoliberalismus als Gouvernementalität der Gegenwart Im vorliegenden Kapitel wird auf zentrale Aspekte der neoliberalen Gouverne- mentalität in erster Linie am Beispiel der sozialen Bereiche Gesundheit und Ar- beit eingegangen. Die Betrachtung gründet sich auf die in Kapitel 2 behandelten Einsichten und baut manche der aus der früheren Forschung hervorgegangene Aspekte (Kapitel 2.6) mit einem besonderen Interesse an den Verhältnissen in Deutschland aus. Begonnen wird mit dem Konzept des unternehmerischen Selbst, danach wird der Fokus spezieller auf den Aspekt der Kosten-Nutzen- Kalküle und die gegenwärtig dominierende(n) versicherungspolitische(n) Ratio- nalität(en) gerichtet. Im Weiteren wird auf ‚Regierung durch Freiheit‘ und die Rolle von Wissen und Experten im gegenwärtigen ‚fortgeschrittenen Liberalis- mus‘ eingegangen. 4. 1. 1 „Das Unternehmerische in der Gesellschaft muss stärker entfaltet werden“ Das grundsätzliche Objekt bzw. Subjekt des neoliberalen Regierungshandelns ist das Individuum. Aber nicht das Individuum als Träger von sozialen Pflichten und Aufgaben einerseits, als selbstverständlich berechtigter Empfänger sozialer Leistungen andererseits, verwoben dadurch in einem Netzwerk gemeinschaftli- cher Verantwortung und Solidarität, sondern das Individuum als unternehmeri- sches Wesen (Z. B. Rose 1996a; Rose 1999b, 133–142). Dabei bezeichnet das Attribut unternehmerisch weder „ein fixes Persönlichkeitsmerkmal, noch einen erworbenen sozialen Status“ (Bröckling 2007, 278), sondern verweist auf ein dynamisches Bündel von Orientierungen. Mit Worten von Nikolas Rose (1996b, 154): Enterprise here designates an array of rules for the...

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