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Literale Textentwicklung

Untersuchungen zum Erwerb von Textkompetenz

Series:

Helmuth Feilke and Regula Schmidlin

Im Brennpunkt der verschiedenen empirischen Untersuchungen des Bandes stehen die Bedingungen der Genese einer literalen Textkompetenz. Die Beiträge greifen linguistisch und sprachdidaktisch zentrale Fragen der aktuellen Diskussion auf: Wo liegen die Anfänge für die Entwicklung textueller Strukturen? Wie verhalten sich hinsichtlich der Entwicklung von literaler Textkompetenz Mündlichkeit und Schriftlichkeit zueinander? Wie interagieren verschiedene sprachliche Ebenen bei der Entwicklung von Textkompetenz? Wie verhalten sich Kohäsion und Kohärenz im Erwerb zueinander? Schließlich auch: Gibt es historisch einen Wandel in der Entwicklung von Schreibfähigkeit?

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Margita Pätzold - Frühe literale Textkompetenz 69

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Frühe literale Textkompetenz 69 Frühe literale Textkompetenz Margita Pätzold 1. Problembeschreibung Dieser Beitrag geht folgenden Fragen nach: • Wie lassen sich frühe schriftsprachliche Erfahrungen von Kindern feststel- len? • Wie erkennen wir Anfangsformen der Übereinstimmung mit einer bestimm- ten literalen Praxis? • Wie lassen sich sprachliche Einheiten beschreiben, mit denen Kinder versu- chen literale Textualität zu erzeugen? Die Tatsache, dass Kinder in modernen Gesellschaften schon vor dem Schulein- tritt Erfahrungen mit schriftlichen Texten machen, meist durch Vorgelesenes, durch Hörbücher oder über andere Medien, ist in theoretischen und praktischen Reflexionen des Schriftspracherwerbs längst zum Allgemeinplatz geworden. D.h., vieles von dem, was Vorschulkinder sprachlich erfahren, ist geprägt durch die Existenz der Schriftsprache und einer Art „sekundärer Oralität" (Ong 1987,18), die in technisch hoch entwickelten Kulturen entsteht, in denen mündli- che Sprachproduktion (Hörfunk, Fernsehen etc.) sich an schriftsprachlichen Ausdrucksinventaren orientiert. Dass dies Einfluss auf die sprachliche Entwick- lung von Kindern hat, ist unstrittig. Aber wie lässt sich zu einem bestimmten Zeitpunkt der individuellen Sprachentwicklung eine schriftsprachliche Prägung der kindlichen Spracherfahrung beobachten und beschreiben? Die nachfolgende Diskussion hat vor allem Konzeptbildungen in der Didak- tik des Schriftspracherwerbs im Auge. In der heutigen Schulpraxis kann die pro- blematische Teilung von Schreibenlernen und Textualitätsentwicklung (Brock- meier 1997, 222f.) insofern näher zusammenrücken, als Kinder bereits von Schulbeginn an Texte schreiben. Welche Kompetenzen bringen Kinder dazu mit? Damit verbunden ist die Frage nach dem Lernmedium: Welche Rolle spielt die vorschulische Rezeption und...

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