Show Less

Mobile Kommunikation im Kontext

Studien zur Nutzung des Mobiltelefons im öffentlichen Raum

Joachim Höflich

Mit dem Mobiltelefon hat sich die Kommunikation im öffentlichen Raum verändert. Es dient dazu, unseren Alltag zu koordinieren und Wartezeiten zu überbrücken. Es bringt uns anderen ein Stück näher, doch zugleich verlieren wir die direkte Umgebung aus dem Auge. Mit seinem Klingeln gehen wir anderen auf die Nerven und setzen uns zugleich unter Stress. Dies sind nur einige Themen, denen sich dieses Buch widmet. Es fasst eine Reihe von Studien, die in den letzten Jahren durchgeführt worden sind, zusammen und stellt eine Zwischenbilanz der Forschung dar. Dabei soll der Leser geradezu auf eine ‘empirische Erkundung’ und ‘Begehung’ mitgenommen werden und so die Forschungen nachvollziehen können.

Prices

Show Summary Details
Restricted access

Kapitel 4 - Studien zum Mobiltelefon - methodische Annäherungen 57

Extract

Kapitel 4 59 Studien zum Mobiltelefon – methodische Annäherungen Das Mobiltelefon ist ‚eigentlich‘ ein Medium des öffentlichen Raums. Sieht man von der Verwendung einer Telefonzelle ab, dann geschah das Telefonieren im häuslichen Bereich. Heute findet es unter den Augen und Ohren Fremder statt. Was liegt deshalb näher, als ihm forscherisch dadurch nachzugehen, indem man beobachtet, wie die Menschen mit dem Medium und mittels des Mediums mit anderen ‚umgehen’. Ja, die Methode der Beobachtung hat eingedenk des Mobiletelefons geradezu eine Art Renaissance erfahren. Und in der Tat reihen sich die im Weiteren präsentierten empirischen Untersuchungen in die Beobach- tungsstudien zur Handynutzung im öffentlichen Raum ein, auch wenn sie hier und da darüber hinaus gehen. Ein weiterer Bereich der Analyse mobiler Kommunikation sieht sich stark ei- ner ethnographischen Perspektive verpflichtet. Dazu zählen ‚ethnographische In- terviews‘ und (Medien-)Tagebücher, die Zeit, Inhalte und Dauer der Nutzung wie auch die Kontakte und Intensität der Beziehungen zwischen den Kommuni- kationspartnern erfassen (vgl. z.B. Ito 2005). Die Verwendung mehrerer Metho- den – eine „multimethodische Ethnographie“ (vgl. z.B. Oksman 2006) – wird propagiert, wobei es sich nachgerade um eine Kombination von Interview und Beobachtung handelt (vgl. z.B. Lasén 2006). Bereits die frühen finnischen Stu- dien zur Nutzung des Mobiltelefons durch Jugendliche gingen solche Wege – wobei man hier auch noch auf eine Selbstkennzeichnung als „angewandte Kul- turanthropologie“ (Kaesniemi 2003: 15) stößt. Ganz offenkundig ist jedoch bei der Untersuchung dessen, wie Menschen das Mobiltelefon verwenden, die Eth- nographie zu einem besonderen...

You are not authenticated to view the full text of this chapter or article.

This site requires a subscription or purchase to access the full text of books or journals.

Do you have any questions? Contact us.

Or login to access all content.