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Mobile Kommunikation im Kontext

Studien zur Nutzung des Mobiltelefons im öffentlichen Raum

Joachim Höflich

Mit dem Mobiltelefon hat sich die Kommunikation im öffentlichen Raum verändert. Es dient dazu, unseren Alltag zu koordinieren und Wartezeiten zu überbrücken. Es bringt uns anderen ein Stück näher, doch zugleich verlieren wir die direkte Umgebung aus dem Auge. Mit seinem Klingeln gehen wir anderen auf die Nerven und setzen uns zugleich unter Stress. Dies sind nur einige Themen, denen sich dieses Buch widmet. Es fasst eine Reihe von Studien, die in den letzten Jahren durchgeführt worden sind, zusammen und stellt eine Zwischenbilanz der Forschung dar. Dabei soll der Leser geradezu auf eine ‘empirische Erkundung’ und ‘Begehung’ mitgenommen werden und so die Forschungen nachvollziehen können.

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Kapitel 8 - Der Stress der mobilen Erreichbarkeit - wenn das Klingeln zum Terror wird 149

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Kapitel 8 151 Der Stress der mobilen Erreichbarkeit – wenn das Klingeln zum Terror wird Das Mobiltelefon als eindringliches und aufdringliches Medium Das Handy gehört für viele Menschen zum Alltag – gilt gar als unentbehrlich. Solche Selbstverständlichkeiten, die schließlich den Alltag kennzeichnen, sind Ausdruck einer erfolgreichen Einbettung des Mobiltelefons in Alltagspraktiken. Das vermeintlich Problem- bzw. Fraglose des Alltags bedeutet jedoch nicht, dass damit Probleme ausgeschlossen sind: Das Fraglose hat immer auch seine Unbestimmtheiten (Schütz/Luckmann 2003: 36). Gerade dem Mobiltelefon sind Unvorhersehbarkeiten immanent – erst recht stellt es, mal mehr, mal weniger, einen Störfaktor dar: Jederzeit kann man angerufen werden, ob das gerade passt oder nicht, die anderen, mitanwesenden Dritten wiederum werden damit kon- frontiert und werden, obwohl sie sich dies nicht unbedingt aussuchten, immer auch zu Ohrenzeugen des Geschehens. Im Vergleich mit anderen Medien scheint das Handy unschlagbar darin zu sein, anderen auf die Nerven zu gehen. Auf die Frage: „Manchmal können einem bestimmte Medien schon mal auf die Nerven gehen. Wenn andere in Ihrer Anwesenheit ein bestimmtes Medium nut- zen, welches würden Sie für sich persönlich als besonders störend empfinden?“ antworteten knapp 60 Prozent (N=367), dass dies das Handy sei (vgl. Höflich 2003b: 46f.). In gewisser Beständigkeit zeigen Studien, dass sich weit über 50 Prozent der jeweils Befragten durch das Mobiltelefon belästigt fühlen (vgl. z.B. Fortunati/Manganelli 1998; Ling 2002). Das könnte zur Annahme führen, dass das Handy gewissermaßen ein chronischer Störfaktor ist....

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