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Grammatik im Text und im Diskurs

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Mariola Wierzbicka and Zdzislaw Wawrzyniak

In diesem Band werden Beiträge präsentiert, die Einblicke in den aktuellen Stand der Forschung zur Grammatik im Text und im Diskurs in ihrem breiten Spektrum vermitteln sollen. In den einzelnen Beiträgen, in denen ausgewiesene Linguisten aus Deutschland, Polen, Tschechien und Ungarn verschiedene kontroverse Aspekte der Beschreibung von grammatischen Strukturen in der deutschen Sprache und ihre Kontrastierung mit anderen Sprachen wie Polnisch, Ungarisch und English aufgreifen und aus eigener Perspektive beleuchtet haben, werden Untersuchungsergebnisse dokumentiert, die für einen weit gefassten Umfang der behandelten Fragen in besonderer Weise repräsentativ sind. Es offenbaren sich dabei viele Standpunkte, die allesamt zur Erweiterung des Wissenshorizonts beitragen und dazu verhelfen können, unterschiedliche linguistische Herangehensweisen kennen zu lernen.

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I. Theoretische Reflexionen

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Iwona Bartoszewicz, Wrocław Wozu taugen logische Fehler in der rhetorischen Kommunikation?1 Rhetorik verdient es nicht, als Quelle und Ursache alles Widrigen in der Kom- munikation betrachtet zu werden. Aristoteles, dem wir die ethisch und wissen- schaftlich verankerte Reform der ars rhetorica verdanken, hat in seinem aus drei Büchern bestehenden Traktat ‚Rhetorik‘ und auch in einem Alexander dem Gro- ßen gewidmeten rhetorischen Handbuch an keiner Stelle den unredlichen Ge- brauch rhetorischer Mittel empfohlen.2 Im Gegenteil: Im dreibändigen Werk ‚Rhetorik‘ betont der Philosoph die Notwendigkeit, das rhetorische Instrumenta- rium nur im ethischen Kontext als Handwerk eines sich auf die Suche nach dem Wahren oder Wahrscheinlichen ausmachenden Menschen zu verstehen, der sich der Rolle der intellektuellen aber auch emotionalen Komponenten im Argumen- tationsprozess bewusst ist. Nicht die Rhetorik kann für alles Schlimme am Sprach- gebrauch schuld gemacht werden, sondern der Mensch, der ihre Mittel und Metho- den so und nicht anders benutzt. Mit der nicht-rhetorischen Verwendung des rheto- rischen Instrumentariums hat sich Aristoteles in einem separaten Traktat beschäf- tigt: in den ,Sophistischen Widerlegungen‘. Es handelt sich in diesem Fall um keinen Ratgeber, vielmehr aber darum, den Redner darauf aufmerksam zu ma- chen, dass er durch seinen Opponenten auch manipulativ angegriffen werden kann und wie ein solcher Angriff dieser Art konstruiert wird. Das ist der leitende Gedanke der ‚Sophistischen Widerlegungen‘, mit dem der Leser gleich am An- fang dieses Traktats bekannt gemacht wird. 1 Nach Geissner zielt die rhetorische Kommunikation „nicht nur auf sofortige Veränderung der realen...

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