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Kindheit in der Funktionale

Ambivalenzen ihres Wandels in disziplinären und professionellen Perspektiven

Edited By Sandro Bliemetsrieder and Susanne Dungs

Die Publikation diskutiert Chancen und Gefahren des Wandels von Kindheit in postindustriellen westlichen Gesellschaften. Dem Trend zur Funktionalisierung, der sich gegenwärtig beispielsweise in Kompetenzorientierung und Biologisierung zeigt, wird ein Begriff von Kindheit gegenübergestellt, der auf ‘Früheres’ (Moratorium) produktiv Bezug nimmt, ohne in eine einseitige Kulturkritik zu münden. Erziehung und kindlicher Eigensinn, Vernunft und Sinnlichkeit bedürfen eines offenen Randes, um nicht simultan von den Funktionalismen der Arbeitswelt adaptiert zu werden. Die Publikation sammelt die Vorträge und Diskussionen einer Ringvorlesung, die im Wintersemester 2010/11 an der Fachhochschule Kärnten stattfand und diesen Wandel von Kindheit in Gestalt eines Theorie-Praxis-Diskurses reflektierte.

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Armut und Resilienz in der Kindheit

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Armut in der Kindheit Sonderförderung, Capability oder doch Resilienz? Sandro Bliemetsrieder und Susanne Dungs „Armut ist das Ergebnis einer Anhäufung von Verwundbarkeiten, die die Wahlmöglichkeiten des Lebens drastisch verringern“ (Ehrenberg 2011: 474). Kinderarmut wird auch in Mitteleuropa seit einigen Jahren zu einem wachsen- den Problem. Dabei ist Armut in erster Linie ein gesellschaftsstrukturell verur- sachtes Phänomen. Die sich verschlankenden Sozialstaaten im Mitteleuropa des 21. Jahrhunderts sind selbstdefinitorisch nicht mehr wie der fürsorgende Wohl- fahrtsstaat des 20. Jh. darauf aufgebaut, soziale Ungleichheiten abzufedern und Armut zu verhindern. Der beschleunigende Wandel in Gesellschaft, Technik, Wirtschaft und Wissenschaft, im Übergang von der modernen Industrie- in eine globalisierte Informationsgesellschaft (mit den Problemen wie Arbeitslosigkeit und Sozialstaatsabbau usf.), haben einen heraus- und überfordernden Einfluss und können besonders benachteiligte Kinder in all ihren Lebensbereichen ge- fährden. Die Menschen der westlichen Spätmoderne machen widersprüchliche Erfahrungen. Sie sind bemüht, die steigenden Leistungsanforderungen zu erfül- len. „Doch anstelle einer Honorierung sind ihnen zunehmende soziale Unsicher- heiten und Bevormundungen zugemutet worden“ (Vester 2011: 81). Mit ihrem sozialpädagogischen Resilienzkonzept versucht Margherita Zan- der eine gesellschaftspolitische Verantwortung zur Armutsverhinderung zu initi- ieren. Dazu bringt sie die „Resilienzförderung“ mit Kinderarmut zusammen und beleuchtet die individuelle seelische Widerstandfähigkeit von Kindern in belas- tenden Situationen (Resilienz). Dieser Fokus steht im so genannten »aktivieren- den Sozialstaat« allerdings in der Gefahr, funktionalisiert und – so konnte man mit Slavoj Žižek sagen – „vom System übernommen“ zu werden. Die Heraus- bildung von Widerstandsfähigkeit und...

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