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Latente Steuern bei Unternehmenszusammenschlüssen

Unter Beteiligung von Kapital- und Personengesellschaften im Einzelabschluss nach HGB- Eine vergleichende Analyse von Asset Deal und Share Deal

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Nicole Schwäbe

Mit dem Bilanzrechtsmodernisierungsgesetz wurden die Vorschriften zur Abgrenzung latenter Steuern und das Maßgeblichkeitsprinzip konzeptionell umfassend neu geregelt. Das Erfordernis zur Berücksichtigung latenter Steuern im handelsrechtlichen Einzelabschluss hat somit eine grundlegend neue Bedeutung erfahren. Im Rahmen dieser Arbeit wird die Vorteilhaftigkeit unterschiedlicher Gestaltungsalternativen von Unternehmenszusammenschlüssen unter Beteiligung von Kapital- und Personengesellschaften in Form des Asset Deals und des Share Deals hinsichtlich ihrer Gesamtsteuerbelastung aus tatsächlichen und latenten Steuern analysiert. Für eine umfassende Analyse werden die Ausgangssituation, der Zeitpunkt des Zusammenschlusses und der Zeitraum der laufenden Geschäftstätigkeit nach dem Zusammenschluss mit anschließender Veräußerung der erhaltenen Beteiligung im Gewinn- und Verlustfall betrachtet.

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I. Einführung

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1. Problemstellung und Zielsetzung der Arbeit Latente Steuern waren im handelsrechtlichen Einzelabschluss bislang lediglich von eher untergeordneter Bedeutung. Mit dem Grundsatz der Maßgeblichkeit des handelsrechtlichen Jahresabschlusses für die steuerliche Gewinnermittlung i. S. d. § 5 Abs. 1 Satz 1 EStG a. F. existierte ein konzeptionelles Bindeglied zwi- schen handels- und steuerrechtlichen Vorschriften, das regelmäßig für eine weitgehende Übereinstimmung der Wertansätze von Bilanzpositionen in Han- dels- und Steuerbilanz sorgte. Sofern bei Einschränkungen oder Durchbrechun- gen dieses Grundsatzes dennoch Differenzen zwischen handels- und steuer- bilanziellen Wertansätzen auftraten, waren diese bislang nur insofern für Zwe- cke der Abgrenzung latenter Steuern im handelsrechtlichen Einzelabschluss zu berücksichtigen, als diese erfolgswirksam entstanden sind (sog. Timing- Konzept). Erfolgsneutral entstandene Differenzen waren demgegenüber nicht in die Abgrenzung latenter Steuern einzubeziehen. Nach herrschender Auffassung in der Literatur galt dies insbesondere auch für Abweichungen zwischen han- dels- und steuerbilanziellen Wertansätzen, die im Zuge von Unternehmens- zusammenschlüssen und Umwandlungen nach dem Umwandlungssteuergesetz entstanden sind.1 Um handelsrechtliches Ausschüttungspotenzial durch Auf- deckung stiller Reserven zu generieren und gleichzeitig die Steuerneutralität ei- nes Umwandlungsvorgangs zu gewährleisten, werden Unternehmenszusammen- schlüsse häufig derart gestaltet, dass diese handelsrechtlich zum Zeitwert und für steuerliche Zwecke unter Buchwertfortführung erfolgen.2 Latente Steuern wurden in diesem Zusammenhang nach den Grundsätzen des Timing-Konzepts häufig nicht abgegrenzt. Im Zuge der umfassenden Neukonzeption der Abgrenzung latenter Steuern i. S. d. § 274 HGB und des Maßgeblichkeitsprinzips i. S. d. § 5 Abs. 1 EStG...

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