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Sprache und Kultur im Spiegel der Rezension

Ausgewählte Beiträge der GeFoText-Konferenz vom 29.9. bis 1.10.2010 in Vaasa

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Edited By Mariann Skog-Södersved, Christoph Parry and Michael Szurawitzki

Die Rezension stellt aus literatur- und kulturwissenschaftlicher wie auch aus linguistischer Sicht ein vielseitiges Forschungsfeld dar. Auch wenn sie nur über Werke der Literatur und der verwandten Künste informieren will, reflektiert die Rezension mit ihren Wertungen und Argumentationen die Werte und Prioritäten der Gesellschaft. Als konventionalisierte Textsorte geben Rezensionen über sprachliche Mechanismen gesellschaftlichen Handelns und, dank ihrer grundsätzlichen Vergleichbarkeit, über Ähnlichkeiten und Unterschiede zwischen Kulturen Aufschluss. Dieser Band versammelt ausgewählte Beiträge einer Tagung in Vaasa 2010, die einen interdisziplinären und transnationalen Zugang zum Phänomen der Rezension suchte.

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Mikko Kervinen: Interkulturelle Rezensionen über das übersetzerische Schaffen von Friedrich Ege. Ein Blick auf kulturjournalistische Rezensionen aus den 1940–1970er Jahren in Finnland und im deutschsprachigen Raum

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Mikko Kervinen Interkulturelle Rezensionen über das übersetzerische Schaffen von Friedrich Ege Ein Blick auf kulturjournalistische Rezensionen aus den 1940–1970er Jahren in Finnland und im deutschsprachigen Raum 1 Einleitung Friedrich Ege (1899–1972) war ein Journalist und Übersetzer, der in den 1930er Jahren vor dem NS-Regime aus Deutschland nach Finnland flüchtete und bis zum Ende seines Lebens dort wohnhaft blieb. Seine Karriere als Übersetzer in Finnland war nicht gerade ein Erfolg, teils sicherlich wegen seiner linksorien- tierten politischen Neigung. Andererseits hatte er Befürworter in Finnland, die ihn hoch anerkannten und ihn für „den Botschafter finnischer Kultur“ hielten (Kansan Uutiset, 8.11.1969). Der Zugang zu Eges Nachlass im Literaturarchiv der Finnischen Literaturgesellschaft (SKS) ermöglicht es, Rezensionen einiger von ihm übersetzter literarischer Werke in der finnischen und deutschsprachigen Presse zwischen den Jahren 1943 und 1970 zu betrachten. Eges Nachlass liefert unerforschtes Material sowohl für die vorliegende Untersuchung als auch für mein Dissertationsvorhaben, das sich eher auf Ge- sangsübersetzung konzentriert. Eges übersetzerische Tätigkeit fand in einer Zeit statt, in der es weniger üblich war, die Übersetzung bzw. den Übersetzer in Re- zensionen überhaupt zu erwähnen. Sein oft eigentümliches Engagement für die Verbreitung finnischer Kultur im deutschen Sprachraum erweckte jedoch das Interesse der Presse in mehreren der Länder, in denen Eges Übersetzungen rezi- piert wurden – in der Schweiz, dem Dritten Reich, der BRD, der DDR und in Finnland. Rezensionen, die eine Zeitspanne von etwa dreißig Jahren und ganz unterschiedliche Gesellschaftssysteme umfassen, bieten...

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