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Konnotationen oder konventionelle Implikaturen?

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Urszula Topczewska

Diese Arbeit fühlt sich der von L. Wittgenstein angedeuteten und von R. Keller entwickelten Gebrauchstheorie der Sprache verbunden. Kellers instrumentalistische Bedeutungstheorie geht davon aus, dass Zeichen allein aufgrund ihrer Gebrauchskonventionen zu Kommunikationszwecken verwendet werden. Im Rahmen dieser Theorie wird hier H. P. Grice’s Konzeption der konventionellen Implikaturen theoretisch ausgearbeitet und zur Explikation lexikalischer und grammatischer Bedeutungen angewendet, die sich den Analysemethoden herkömmlicher Semantik entziehen.

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3.1 L. Wittgenstein: Bedeutung ist Gebrauch

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Ludwig Wittgenstein gilt als Begründer der sog. Gebrauchstheorie der Bedeu- tung, obwohl er eigentlich nur Ansatzpunkte zu ihrer Herausbildung geliefert hat und lediglich in einer Reihe verstreuter Bemerkungen, v.a. in den posthum ver- öffentlichten Philosophischen Untersuchungen (1969), den Begriff der Bedeu- tung thematisiert. In der Forschung wird sogar darauf hingewiesen, dass Witt- genstein selbst einer Gebrauchstheorie wie jeder Form philosophischer Bedeu- tungstheorie ablehnend gegenüberstand (vgl. PU § 109). Nichtsdestoweniger kann er zumindest als ihr Ideengeber angesehen werden81, v.a. aufgrund seiner berühmten Feststellung: „Die Bedeutung eines Wortes ist sein Gebrauch in der Sprache“ (PU § 43; vgl. PG I § 23, BB 20, ÜG § 61). 80 Die Grundannahmen des Grice-Programms bzw. der auf Grice zurückgehenden intenti- onalen Semantik werden u.a. von Gloning (1996: 111-117) und Greve (2003: 48-49) er- läutert. Das Zirkularitätsproblem geht auf die Grice’sche Konzeption einer reduktiven Bedeutungsanalyse zurück, deren wichtigster Grundsatz (von Grice allerdings nur ange- deutet) in der Annahme besteht, dass Bedeutungen sich aus kommunikativen, sprachu- nabhängigen Intentionen ableiten lassen, d.h. ohne Rekurs auf semantisches Wissen (vgl. z.B. Recanati 1986: 213). Da aber die Identifizierung dieser Intentionen nicht mög- lich ist, ohne dass Sprache in Anspruch genommen wird, ist die Kenntnis der Semantik bzw. die Kenntnis konventioneller Bedeutungen letzten Endes doch notwendige Vor- aussetzung für die Zurückführung einer Sprecherbedeutung auf eine Sprecherintention (vgl. dazu Baum 2010: 22-24). Die Gefahr einer zirkulären Argumentation ist m.E. dann zu vermeiden, wenn man wie Keller das Grice-Programm verlässt und die...

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