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Der Mensch und seine Sprachen

Festschrift für Professor Franciszek Grucza- Unter Mitarbeit von Ewa Bartoszewicz, Monika Płużyczka und Justyna Zając

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Edited By Magdalena Olpinska-Szkielko, Sambor Grucza, Zofia Berdychowska and Jerzy Zmudzki

Diese Festschrift ist Ausdruck der Anerkennung für das monumentale Werk und die allseitige Leistung von Professor Dr. Franciszek Grucza. Der hervorragende Wissenschaftler, Linguist von Weltformat, Lehrmeister für Generationen von polnischen Germanisten und Linguisten, unvergleichlicher Organisator und Integrator der polnischen Germanistik, Begründer der Angewandten Linguistik und Translatorik in Polen, spiritus movens von zahlreichen wissenschaftlichen Initiativen, Mittler zwischen Deutschland und Polen und einer der größten Germanisten Polens, erfreut sich in diesem Jahr seines 75. Geburtstages. Dieser Anlass vereinigte viele namhafte Wissenschaftler aus der ganzen Welt und aus unterschiedlichen Forschungsrichtungen, um Professor Grucza mit ihren Beiträgen zu ehren.

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Wer ist wann wo wer bei Heinrich von Kleist…und Peter Schlobinski? Norbert Fries

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Wer ist wann wo wer bei Heinrich von Kleist …und Peter Schlobinski? Norbert Fries (Berlin) In diesem Beitrag geht es um einige sprachliche Besonderheiten von Heinrich von Kleist, genauer gesagt um sprachliche Verschlungenheiten, die nicht mit Durchein- ander, Wirrwarr oder gar Sammelsurium verwechselt werden sollten. Entsprechen- de Verschlungenheiten sind vielmehr konstruiert, sie sind dramatisch und szenisch konzipiert und in gewissem Grad absehbar. Ihr Interpretationsresultat ist, verallge- meinert gesagt, eine Reflexion über die Bedingungen von Zuständen und Ereignis- sen, insbesondere von menschlichen Handlungen, über die darin involvierten Per- sonen und über unsere Gewissheit über deren Identität, ihre Authentizität und ihre Motivationen. Die Komplexität relevanter sprachlicher Konstrukte wird an einigen kleineren Textausschnitten exemplifiziert: Am Beispiel des ersten Satzes der Erzählung „Das Erdbeben in Chili“ soll es zunächst um die Verschlungenheit von Ereignissen ge- hen; am Beispiel von Textausschitten aus der Erzählung „Der Zweikampf“ und dem Drama „Penthesilea“ wird anschließend die Verschlungenheit von Personen thematisiert. 1. Die Verschlungenheit der Ereignisse „In St. Jago, der Hauptstadt des Königreichs Chili, stand gerade in dem Augen- blicke der großen Erderschütterung vom Jahre 1647, bei welcher viele tausend Menschen ihren Untergang fanden, ein junger, auf ein Verbrechen angeklagter Spanier, Namens Jeronimo Rugera, an einem Pfeiler des Gefängnisses, in welches man ihn eingesperrt hatte, und wollte sich erhenken.“1 Ein Charakteristikum Kleist’scher Texte ist die vielschichtige Kodierung von Zuständen (�) und Ereignissen (�), welche mit der wiederum für Kleist ty- pischen Komplexität seiner Sätze...

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