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«Ich gründe eine Akademie für Selbstachtung.»

Moritz-Rinke-Arbeitsbuch

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Edited By Kai Bremer

In seinem Stück Café Umberto setzt sich der Schriftsteller und Journalist Moritz Rinke mit Problemen der Arbeitswelt auseinander. Dabei bezieht er konkrete politische Maßnahmen ebenso ein wie Fragen nach dem Ort des Utopischen in der Gegenwart. Das Utopische ist in dem Stück dem Lebenskünstler Jaro vorbehalten, er beschließt: «Ich gründe eine Akademie für Selbstachtung.» Im Stück scheitert Jaro. Doch gerade dadurch fordert das Drama heraus. Es nimmt die Realität zur Kenntnis und macht nicht schlicht einen utopischen Raum auf, sondern insistiert darauf, dass immer wieder aufs Neue darüber nachgedacht werden muss, in welcher Welt wir leben wollen. Dies ist ein Grundzug der Literatur Rinkes. Deswegen gibt Jaros Satz dem Arbeitsbuch über Moritz Rinke den Titel.

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KAI BREMER: „Ich gründe eine Akademie für Selbstachtung.“ Zur Einleitung in das Moritz-Rinke­Arbeitsbuch

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9 „Ich  gründe  eine  Akademie  für  Selbstachtung.“   Zur  Einleitung  in  das  Moritz-­‐Rinke-­‐Arbeitsbuch   KAI  BREMER     In  Café  Umberto  setzt  sich  Moritz  Rinke  mit  Problemen  der  Arbeitswelt   in  der   postmodernen   Industriegesellschaft   auseinander.   Dabei   bezieht   er   konkrete   politische  Maßnahmen  wie  die  Einführung  von  Ich-­‐AGs  ebenso  ein  wie  Fragen   nach  dem  Ort  des  Utopischen  in  der  Gegenwart.  Das  Utopische  ist  in  dem  Stück   dem  Lebenskünstler  Jaro  vorbehalten,  der  angesichts  der  Kreativität,  die  in  der   Wartehalle   der   Arbeitsagentur   vor   sich   hinvegetiert,   und   angesichts   der   zu-­‐ nehmenden   menschlichen   Katastrophen,   die   sich   dort   ereignen,   beschließt:   „Ich   gründe   eine   Akademie   für   Selbstachtung.“   Im   Stück   scheitert   Jaro.   Doch   gerade  dadurch  fordert  das  Drama  heraus.  Es  nimmt  die  Realität  zur  Kenntnis   und  macht  nicht  schlicht  einen  utopischen  Raum  auf,  sondern  insistiert  darauf,   dass   immer  wieder  aufs  Neue,  darüber  nachgedacht  werden  muss,   in  welcher   Welt  wir   leben  wollen.   Dies   ist   ein  Grundzug   der   Literatur   Rinkes.   Deswegen   gibt  Jaros  Satz  dem  vorliegenden  Buch  den  Titel.   Doch  mag  eben  dieser  Grundzug  von  Rinkes  Stück  die  Frage  aufwerfen,  war-­‐ um  seine  Werke  Vermittlung  benötigen,  wie  sie  mittels  dieses  Buchs  geleistet   werden  soll.  Rinkes  Texte  fordern  gleich  aus  verschiedenen  Gründen  zur  Refle-­‐ xion  heraus:  nämlich  1.)  aus  poetologischen  Gründen,  die  sich  besonders  an  der   in  der  deutschen  Dramatik  derzeit  einzigartigen  Figurendarstellung  festmachen   lassen,   dann   2.)   aufgrund   der   inzwischen   existierenden   Werk-­‐   und   Inszenie-­‐ rungsgeschichte  sowie  3.)  auch  wegen  der  politischen  Dimension  seiner  Arbei-­‐ ten.   Das...

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