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Gute Sprache, schlechte Sprache

Sprachnormen und regionale Vielfalt im Wandel

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Michael Elmentaler and Ulrich Hoinkes

Die in diesem Band versammelten Beiträge tragen aus je unterschiedlicher Perspektive dazu bei, den Aspekt evaluierender Sprachbetrachtung in die wissenschaftliche Analyse sprachlicher Wirklichkeit zu integrieren. Das Konzept «Gute Sprache, schlechte Sprache» ist ein Element öffentlichen Sprachbewusstseins und Sprachhandelns – oft versteckt, aber fest mit den übrigen Triebfedern des Sprachwandels verbunden. Der Band vereinigt Beiträge aus den Disziplinen der Allgemeinen und Angewandten Sprachwissenschaften, der Latinistik, der Germanistik, der Anglistik, der Romanistik und der Frisistik. Er greift bis in die Sprachgeschichte des Altertums zurück und endet bei neuesten Entwicklungen der Chat-Kommunikation. Die Autorinnen und Autoren sind Mitglieder des Kieler Forschungszentrums «Arealität und Sozialität in der Sprache».

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Jarich Hoekstra: Rapider Sprachwechsel und syntaktische Trägheit im nordfriesisch-niederdeutsch-dänischen Sprachkontakt 63

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Rapider Sprachwechsel und syntaktische Trägheit im nordfriesischniederdeutschdänischen Sprachkontakt Jarich Hoekstra 1. Einführung Im 19. Jahrhundert vollzog sich in Angeln und Mittelschleswig in relativ kurzer Zeit ein massiver Sprachwechsel vom Dänischen, das heißt von der autochtho nen südjütischen Mundart, zum Niederdeutschen.1 Der rasche Sprachwechsel führte dazu, dass im regionalen Niederdeutschen ein beträchtliches dänisches Substrat zurückblieb (BOCK 1933, DYHR 1990). Die dänische Interferenz betrifft nicht nur das Lexikon, sondern erstreckt sich auch auf die Morphologie und die Syntax. Bezeichnend für die niederdeutsche Mundart von Angeln sind z.B. Sät ze wie die in (1): (1) a. He kreeg uck sien Dochde  [un spräken], aawer bloß de Wööre, se kunn Paul Diriksen nich heiraaden (H[ANSEN] 1910: 50) Er bekam auch seine Tochter zu und sprechen, aber nur die Worte, sie konnte P. D. nicht heiraten ‚Er bekam seine Tochter auch so weit, zu sprechen, aber nur die Worte, sie könne P. D. nicht heiraten‘ b. Aadulf spikkeleere sogar  [un warn König fun Nurrewägn] (H[ANSEN] 1910: 86) Adolf spekulierte sogar auf und werden König von Norwegen ‚Adolf spekulierte sogar darauf, König von Norwegen zu werden‘ In diesen Sätzen wird eine Präposition scheinbar direkt mit einem infiniten Satzkomplement verbunden und der Komplementsatz erscheint in der Gestalt einer sogenannten UND  InfinitivKonstruktion (LAUR 1975). Ähnliche Sätze wie im Niederdeutschen findet man auch im estlandnordfrie sischen. Vergleiche folgendes Beispiel aus...

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